Todesopfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt sind bislang kaum Bestandteil des sozialen Gedächtnisses in Deutschland. Gleichwohl kämpfen Angehörige und Überlebende spätestens seit der Selbstenttarnung des NSU im Jahr 2011 darum, dass sich das ändert. Erinnern kann als Bestandteil symbolischer Ordnung verstanden werden. Erinnern ebenso wie Nicht-Erinnern ist damit Ergebnis gesellschaftlicher Macht- und Herrschaftsverhältnisse. In diesem Beitrag beleuchten wir das Wechselverhältnis von Erinnerungspraktiken an Opfer rechter und rassistischer Gewalt und Migrationspolitik und fokussieren dabei auf rassistische Raumpolitiken. Wir zeigen auf, wie rassistische Markierungen, Marginalisierung und Kriminalisierung von Stadteilen immanenter Bestandteil von Migrationspolitiken seit den 1970er-Jahren waren und wie diese Politiken durch die symbolische Absicherung von hegemonialem Wissen über Migration und Migrant*innen, die Wohnorte von Migrant*innenin rassistischer Art und Weise bis in die Gegenwart stigmatisiertenn. Sozialräumliche Segregationen und Abwertungen machten Stadtviertel und ihre Bewohner*innen zur Angriffsfläche für rechte und rassistische Gewalt. Gleichzeitig führte sie zu marginalisierten Diskurspositionen der Betroffenen rassistischer Gewalt. Wir sehen somit einen Zusammenhang zwischen rassistischer Migrationspolitik und der Frage, ob und wie rechte und rassistische Gewalt erinnert wurde und wird.

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„Diese Menschen waren ein Teil von uns“

  • Gabriele Fischer,
  • Ali Şirin,
  • Çaǧan Varol

摘要

Todesopfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt sind bislang kaum Bestandteil des sozialen Gedächtnisses in Deutschland. Gleichwohl kämpfen Angehörige und Überlebende spätestens seit der Selbstenttarnung des NSU im Jahr 2011 darum, dass sich das ändert. Erinnern kann als Bestandteil symbolischer Ordnung verstanden werden. Erinnern ebenso wie Nicht-Erinnern ist damit Ergebnis gesellschaftlicher Macht- und Herrschaftsverhältnisse. In diesem Beitrag beleuchten wir das Wechselverhältnis von Erinnerungspraktiken an Opfer rechter und rassistischer Gewalt und Migrationspolitik und fokussieren dabei auf rassistische Raumpolitiken. Wir zeigen auf, wie rassistische Markierungen, Marginalisierung und Kriminalisierung von Stadteilen immanenter Bestandteil von Migrationspolitiken seit den 1970er-Jahren waren und wie diese Politiken durch die symbolische Absicherung von hegemonialem Wissen über Migration und Migrant*innen, die Wohnorte von Migrant*innenin rassistischer Art und Weise bis in die Gegenwart stigmatisiertenn. Sozialräumliche Segregationen und Abwertungen machten Stadtviertel und ihre Bewohner*innen zur Angriffsfläche für rechte und rassistische Gewalt. Gleichzeitig führte sie zu marginalisierten Diskurspositionen der Betroffenen rassistischer Gewalt. Wir sehen somit einen Zusammenhang zwischen rassistischer Migrationspolitik und der Frage, ob und wie rechte und rassistische Gewalt erinnert wurde und wird.