Reichsbürger:innen lehnen sich nicht nur gegen die herrschende Ordnung auf, vielmehr liegt ihnen daran, eigens (symbolische) Herrschaft zu instituieren. Der Beitrag untersucht auf Grundlage einer digitalen Ethnografie, auf welche Weise diesen Ordnungsvorstellungen Autorität verliehen wird. Dabei wird argumentiert, dass der Rekurs auf breit anerkannte und als universal verstandene Werte – namentlich Frieden, Freiheit und Souveränität – einen Zugewinn an symbolischer Macht verspricht. Zugleich ist – als Ausdruck symbolischer Gewalt – deren naturalistische Vereinnahmung zu beobachten, indem die vorgetragenen politischen Forderungen durch rassistische Ideologeme überformt werden. Universalismus und Naturalismus bestärken sich hier wechselseitig, wodurch die eigene partikulare Ordnung als unhintergehbar erscheinen kann.

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„Frieden, Freiheit, Souveränität“: Symbolische Herrschaft im verschwörungsideologischen Souveränismus am Beispiel der ‚Reichsbüger:innen‘

  • Andrea Kretschmann,
  • Lara Rowitz

摘要

Reichsbürger:innen lehnen sich nicht nur gegen die herrschende Ordnung auf, vielmehr liegt ihnen daran, eigens (symbolische) Herrschaft zu instituieren. Der Beitrag untersucht auf Grundlage einer digitalen Ethnografie, auf welche Weise diesen Ordnungsvorstellungen Autorität verliehen wird. Dabei wird argumentiert, dass der Rekurs auf breit anerkannte und als universal verstandene Werte – namentlich Frieden, Freiheit und Souveränität – einen Zugewinn an symbolischer Macht verspricht. Zugleich ist – als Ausdruck symbolischer Gewalt – deren naturalistische Vereinnahmung zu beobachten, indem die vorgetragenen politischen Forderungen durch rassistische Ideologeme überformt werden. Universalismus und Naturalismus bestärken sich hier wechselseitig, wodurch die eigene partikulare Ordnung als unhintergehbar erscheinen kann.