Das Themenfeld von Glück, gutem Leben und Sinn des Lebens gehört seit einigen Jahrzehnten zu den ethischen Fragen mit hoher Publikationsdichte – nachdem es über weite Teile des 20. Jahrhunderts (und bereits davor) in der Philosophie ins Abseits geraten war. Vielen Moralphilosophen/-innen schien der Glücksbegriff wie auch das Thema „Sinn des Lebens“ zu vage und zu schillernd zu sein, um interessante philosophische Theorien darauf beziehen zu können. Das liegt u. a. daran, dass wir in unserer Alltagssprache mit unklaren Vorstellungen vom Glück und dem Sinn des Lebens operieren, die sich nur schwer systematisieren lassen. „Gutes Leben“ wiederum scheint eher ein Thema der Psychologie zu sein (oder auf sozioökonomische Fragen reduzierbar). Hinzu kommt, dass Glück und der Sinn des Lebens in den Zeugnissen aller Kulturen und Epochen wichtige Themen der Religion, der Mythologie und der Literatur darstellten und daher im Lauf der langen Motivgeschichte eher narrative und kontextgebundene Betrachtungsweisen annahmen, die nicht theoriefähig zu sein schienen. Eine erhebliche Rolle spielte auch der Einwand, Glück sei stets subjektiv und nur individuenrelativ bestimmbar.

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Glück, gutes Leben, Sinn des Lebens aus ethischer Sicht

  • Christoph Horn

摘要

Das Themenfeld von Glück, gutem Leben und Sinn des Lebens gehört seit einigen Jahrzehnten zu den ethischen Fragen mit hoher Publikationsdichte – nachdem es über weite Teile des 20. Jahrhunderts (und bereits davor) in der Philosophie ins Abseits geraten war. Vielen Moralphilosophen/-innen schien der Glücksbegriff wie auch das Thema „Sinn des Lebens“ zu vage und zu schillernd zu sein, um interessante philosophische Theorien darauf beziehen zu können. Das liegt u. a. daran, dass wir in unserer Alltagssprache mit unklaren Vorstellungen vom Glück und dem Sinn des Lebens operieren, die sich nur schwer systematisieren lassen. „Gutes Leben“ wiederum scheint eher ein Thema der Psychologie zu sein (oder auf sozioökonomische Fragen reduzierbar). Hinzu kommt, dass Glück und der Sinn des Lebens in den Zeugnissen aller Kulturen und Epochen wichtige Themen der Religion, der Mythologie und der Literatur darstellten und daher im Lauf der langen Motivgeschichte eher narrative und kontextgebundene Betrachtungsweisen annahmen, die nicht theoriefähig zu sein schienen. Eine erhebliche Rolle spielte auch der Einwand, Glück sei stets subjektiv und nur individuenrelativ bestimmbar.