(1) Begriffsanalytisch wird zwischen gewaltsamem Handeln und aggressiv-gewaltsamem Handeln unterschieden. Aggression ist kein Synonym von Gewalt. „Gewaltsam“ heißt unmittelbar nur, dass Hindernisse bezwingende Wirkungsformen zielführend im Spiel sind; „aggressiv-gewaltsam“, wenn Züge kämpferischer Selbsterhaltung ins Spiel kommen. (2) Gegen die psychologische Blickverengung auf Personen wird die multiple Ontologie von Macht und Gewalt geltend gemacht (Staatsmacht, Zwangsgewalt des Rechts). (3) Normativ analytisch wird die ethisch-moralische Ambivalenz von Aggression, Macht und Gewalt dargelegt; der Ausdruck „Macht der Vernunft“ interpretiert. (4) Zwei Konzeptualisierungsprobleme für empirisch-psychologische Theorien von Aggression und Gewalt werden aufgeworfen.

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Aggression, Gewalt und Macht aus ethischer Sicht

  • Matthias Kettner

摘要

(1) Begriffsanalytisch wird zwischen gewaltsamem Handeln und aggressiv-gewaltsamem Handeln unterschieden. Aggression ist kein Synonym von Gewalt. „Gewaltsam“ heißt unmittelbar nur, dass Hindernisse bezwingende Wirkungsformen zielführend im Spiel sind; „aggressiv-gewaltsam“, wenn Züge kämpferischer Selbsterhaltung ins Spiel kommen. (2) Gegen die psychologische Blickverengung auf Personen wird die multiple Ontologie von Macht und Gewalt geltend gemacht (Staatsmacht, Zwangsgewalt des Rechts). (3) Normativ analytisch wird die ethisch-moralische Ambivalenz von Aggression, Macht und Gewalt dargelegt; der Ausdruck „Macht der Vernunft“ interpretiert. (4) Zwei Konzeptualisierungsprobleme für empirisch-psychologische Theorien von Aggression und Gewalt werden aufgeworfen.