Um Freiheit und Demokratie gegen eine Allianz der Autokratien (CRINK) zu verteidigen, ist eine gesamtgesellschaftliche Wehrhaftigkeit gefordert, die in postheroischen Gesellschaften vor besonderen Herausforderungen steht. Um sich im Systemkrieg (Zwar wird in der Politikwissenschaft in der Regel von Systemkonflikt zwischen demokratisch ausgerichteten Systemen und Autokratien gesprochen, die Erfahrung zeigt jedoch, dass es sich bereits um einen Systemkrieg handelt. Autokratien und Terrorstaaten wie China, Russland, Iran und Nordkorea versuchen eine multipolare Ordnung zu etablieren. Multipolar bedeutet in meinem Verständnis, dass Zonen unterschiedlichen Einflusses und unterschiedlicher Interessen bestehen, in denen nicht mehr Völkerrecht oder die Stärke des Rechts als zwischenstaatliche Ordnung existiert, sondern das Recht des Stärkeren. Diese multipolare Ordnung, ursprünglich ein Begriff der von Russland und China stammt (Vgl. auch Lau 2023), soll mit konventionell-militärischen Mitteln und mit hybrider Kriegsführung etabliert werden und die internationale regelbasierte Ordnung, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg u. a. mit den Vereinten Nationen entstand, abschaffen und insofern ersetzen, weshalb ich in diesem Aufsatz das Wort Systemkrieg gebrauche. Eine Koexistenz von multipolarer Ordnung und internationaler regelbasierter Ordnung ist auf Dauer nicht möglich, da die multipolare Ordnung die Existenz international gültiger Regeln negiert und als Ziel die Untergrabung und Zerstörung derselben hat.) zu wappnen, gilt es nicht nur eine Zeitenwende bei Bundeswehr und im Bereich der Technologie zu vollziehen, sondern vor allem im Mindset. Deutschland muss zuvorderst eine Anstrengungskultur entwickeln, um im Systemkrieg zu bestehen.

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Zeitenwende – neue Wehrhaftigkeit in einer postheroischen Gesellschaft

  • Roderich Kiesewetter

摘要

Um Freiheit und Demokratie gegen eine Allianz der Autokratien (CRINK) zu verteidigen, ist eine gesamtgesellschaftliche Wehrhaftigkeit gefordert, die in postheroischen Gesellschaften vor besonderen Herausforderungen steht. Um sich im Systemkrieg (Zwar wird in der Politikwissenschaft in der Regel von Systemkonflikt zwischen demokratisch ausgerichteten Systemen und Autokratien gesprochen, die Erfahrung zeigt jedoch, dass es sich bereits um einen Systemkrieg handelt. Autokratien und Terrorstaaten wie China, Russland, Iran und Nordkorea versuchen eine multipolare Ordnung zu etablieren. Multipolar bedeutet in meinem Verständnis, dass Zonen unterschiedlichen Einflusses und unterschiedlicher Interessen bestehen, in denen nicht mehr Völkerrecht oder die Stärke des Rechts als zwischenstaatliche Ordnung existiert, sondern das Recht des Stärkeren. Diese multipolare Ordnung, ursprünglich ein Begriff der von Russland und China stammt (Vgl. auch Lau 2023), soll mit konventionell-militärischen Mitteln und mit hybrider Kriegsführung etabliert werden und die internationale regelbasierte Ordnung, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg u. a. mit den Vereinten Nationen entstand, abschaffen und insofern ersetzen, weshalb ich in diesem Aufsatz das Wort Systemkrieg gebrauche. Eine Koexistenz von multipolarer Ordnung und internationaler regelbasierter Ordnung ist auf Dauer nicht möglich, da die multipolare Ordnung die Existenz international gültiger Regeln negiert und als Ziel die Untergrabung und Zerstörung derselben hat.) zu wappnen, gilt es nicht nur eine Zeitenwende bei Bundeswehr und im Bereich der Technologie zu vollziehen, sondern vor allem im Mindset. Deutschland muss zuvorderst eine Anstrengungskultur entwickeln, um im Systemkrieg zu bestehen.