Cyborg Soldiers und ethisches Enhancement
摘要
Die Symbiose von Mensch und moderner Technologie (‚Cyborg‘) stellt aus der Perspektive der Philosophischen Anthropologie kein Übergangsstadium zu einer Maschinenzivilisation im transhumanistischen Sinne dar. Insofern kann die folgende Argumentation als Beitrag zu einer posthumanen Debatte gelten – allerdings als ein Beitrag, der die Cyborgisierung im Rahmen des Menschenmöglichen verortet. Die Bezeichnung ‚posthuman‘ meint dann nur, dass über das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine nachgedacht wird. Diese Perspektive unterscheidet sich dem Posthumanismus-Verständnis, das im Fahrwasser einer ‚symmetrischen Anthropologie‘ fundamentale Differenzen in Kompetenzniveaus durch Symmetrisierung abschwächt. Im Einzelnen wird zunächst das Reglermodell vorgestellt. Anschließend wird das Konzept menschlicher Cyborgs entwickelt. Hiervon ausgehend werden Fragen an die posthumanistische Sozialtheorie formuliert sowie ein Begriff menschlicher Würde entfaltet. In den folgenden Kapiteln wird die erarbeitete Perspektive auf den militärischen Kontext bezogen. Einerseits soll dadurch besser verständlich werden, was ethisches Enhancement meinen kann. Andererseits zeigen sich ethische Probleme der posthumanen Sozialtheorie. Neben Plessner wird auch auf Niklas Luhmann zurückgegriffen. Auf eine sozialtheoretische Synthese beider Ansätze wird hingegen verzichtet. Es geht lediglich um ein Verständnis des Phänomens, wobei beide Theoriemodelle als Hilfsmittel dienen sollen.