Die Szenarien
摘要
In den letzten Jahrzehnten hat der Klimawandel zu erheblichen Veränderungen in den Niederschlagsmustern, den Temperaturen und der Verfügbarkeit von Wasserressourcen weltweit geführt. Diese Veränderungen haben einen zunehmenden „‚Kampf ums Wasser‘“ forciert, da die Nachfrage nach Wasser stetig steigt, während die Verfügbarkeit in vielen Regionen abnimmt. Bereits heute haben weltweit mehr als 2,2 Mrd. Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser (UN 2021). 2 Mrd. Menschen leben in Ländern, die unter starkem Wasserstress leiden (UN 2021), bis 2030 werden es aufgrund des zu erwartenden Bevölkerungswachstum der Erde voraussichtlich knapp 2,4 Mrd. sein (WEF 2020) (s. Abb. 5.1). Als Folge werden bis 2030 etwa 700 Mio. Menschen aufgrund von Wasserknappheit zur Migration gezwungen sein (UNICEF 2021). Zahlreiche Ökosysteme leiden an negativen Folgen von Wasserübernutzung, was oft zur weiteren Verschlechterung von Wasserverfügbarkeit führt. Die zunehmende Wasserknappheit hat weitreichende Auswirkungen auf die menschliche Gesellschaft, die Wirtschaft und die Umwelt. Sie gefährdet nicht nur die Trinkwasserversorgung, sondern beeinträchtigt weltweite Lebensmittelproduktion, die Industrie und die Energieerzeugung. Unregelmäßige Niederschläge und Dürren führen zu Ernteausfällen, sinkender landwirtschaftlicher Produktivität und steigenden Nahrungsmittelpreisen. Wasserknappheit beeinträchtigt auch die Industrie, da viele Branchen wie die Lebensmittelproduktion, die Bergbauindustrie, die Textilproduktion und die Energieerzeugung auf eine ausreichende Wasserzufuhr angewiesen sind, Wasserknappheit behindert die Produktion, sie erhöht die Kosten und schmälert die Wettbewerbsfähigkeit der Industrieunternehmen. Die Energieerzeugung ist ebenfalls von Wasserknappheit betroffen, da viele Kraftwerke zur Kühlung große Mengen an Wasser benötigen. Wasserknappheit schränkt die Verfügbarkeit von Kühlwasser ein, wie das Beispiel von Frankreich im Jahr 2023 zeigt als mehrere Kraftwerke mangels Kühlung einige Wochen vom Netz genommen werden mussten mit weitreichenden Auswirkungen auf nationaler und, über den Stromverbund, auf europäischer Ebene. Die Beeinträchtigungen führten europaweit zu einem Rückgang der Energieproduktion und dadurch zu steigenden Energiepreisen. Die zunehmende Wasserknappheit führt zu immer mehr Konflikten und Spannungen zwischen verschiedenen Interessengruppen und Ländern, was insbesondere Regionen betrifft, die sich Flüsse, Seen und Grundwasserquellen grenzüberschreitend teilen. Ein Beispiel ist der Streit zwischen Ägypten und Äthiopien, am Blauen Nil baut Äthiopien als Oberanrainer einen großen Staudamm (Grand Ethiopian Renaissance Dam), um Strom zu erzeugen und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes voranzubringen. Ägypten als unterster Anrainer am Nil befürchtet durch das Anstauen des Nilwassers negative Folgen für die eigene Wassernutzung, insbesondere in der Landwirtschaft. Aber auch ganz alltägliche Beispiele, gerade in Afrika oder Asien verdeutlichen die Lage. Als typisches Beispiel gilt der Konflikt zwischen Viehhirten und Farmern im inneren Nigerdelta in Mali. Seit 2015 haben dort die Spannungen zwischen verschiedenen Wassernutzenden aufgrund geringerer Wasserverfügbarkeit – als Folge von Staudämmen weiter am Oberlauf des Nigerflusses – zugenommen. Viehhirten stehen zunehmend mit Farmern im Wettbewerb. Es kam immer wieder zu gewaltsamen, oftmals auch tödlichen Auseinandersetzungen. Konflikte um Wasser nehmen verschiedene Formen an, von diplomatischen Auseinandersetzungen und Verhandlungen über die Verteilung von Wasserressourcen bis hin zu offenen Konflikten und Kriegen. In vielen Teilen der Welt haben einkommensschwache Gemeinschaften keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser und leiden unter unhygienischen Bedingungen. Besonders in trockenen und ariden Regionen, aber auch in städtischen Slums, sind die Auswirkungen der Wasserknappheit besonders gravierend. Menschen müssen oft weite Strecken zurücklegen, um an Wasser zu gelangen und verbringen Stunden damit, Wasser zu sammeln, was ihre Möglichkeiten zur Bildung, Arbeit und Selbstversorgung stark einschränkt. Die sozialen Spannungen, die aus der Wasserknappheit resultieren, führen zu Konflikten zwischen verschiedenen Gemeinschaften, ethnischen Gruppen und sozialen Klassen führen. Die zunehmende Wasserknappheit hat auch gravierende Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion und führt weltweit zu Ernteausfällen und Nahrungsmittelknappheit. Die Folgen sind ein Rückgang der landwirtschaftlichen Produktivität und ein Anstieg der Nahrungsmittelpreise, da Landwirte gezwungen sind, weniger Land zu bewässern oder auf weniger wasserintensive Kulturen umzusteigen mit massiven Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit und das Wohlergehen von Millionen von Menschen weltweit. Die Folgen sind eine erhöhte Vulnerabilität gegenüber Hunger und Unterernährung mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Die zunehmende Wasserknappheit gefährdet die Existenz vieler empfindlicher Ökosysteme wie Feuchtgebiete, Flüsse, Seen und Küstengebiete, die von einem stabilen Wasserhaushalt abhängig sind und Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten bereitstellen. Durch den Rückgang des Wasserangebots schrumpfen diese Lebensräume, was zu einem Verlust an Biodiversität und einen Zusammenbruch der ökologischen Funktionen führt. Dies hat nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische und soziale Auswirkungen, da die Artenvielfalt wichtige ökologische Dienstleistungen wie Bestäubung, Schädlingsbekämpfung und Wasserfiltration bereitstellt. Auch die Konzentration von Schadstoffen in den verbleibenden Wasserquellen sind eine schwerwiegende Folge, da diese weniger verdünnt werden, was zu einer signifikanten Verschlechterung der Wasserqualität führt und die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen beeinträchtigt.