Die Liste der Herausforderungen, vor denen unsere Städte seit langem stehen, ist nach 2020 weiter gewachsen. Nicht zugenommen haben jedoch Möglichkeiten und Instrumente, die zur Verfügung stehen, um Krisen zu bewältigen und Chancen zu nutzen. Dass dies kein neues Phänomen ist, zeigt ein Blick zurück in die Zeit nach der deutschen Einheit. Damals gab es keinen angemessenen „Instrumentenkasten“ und der neoliberale Zeitgeist bot keinen Raum für gemeinwohlorientierte, integrierte Handlungsansätze, um den Herausforderungen in den ostdeutschen Städten zu begegnen. Soziale Krisen (u. a. in den französischen Banlieues) und starke Proteste gegen eine „Stadtentwicklung von oben“ (u. a. Stuttgart 21) führten Mitte der 2000er-Jahre zu neuen politischen Initiativen. Mit der Leipzig-Charta von 2007 wurde dann erstmals ein internationales Dokument beschlossen, das sich mit integrierter, nachhaltiger und sozialraumorientierter Stadtentwicklung befasste. In Deutschland und anderen Staaten führten nationale Stadtentwicklungspolitiken als Umsetzungsinstrumente der Charta zu einem Wandel hin zu einer partizipativen und gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung. Diese Strömung setzt sich inzwischen auch zunehmend auf internationaler Ebene durch, wie u. a. die Etablierung des G 7 „Urban Development Track“ zeigt.

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To co-operate or not to co-operate? Perspektiven der nationalen und internationalen Zusammenarbeit im „Jahrhundert der Städte“

  • Oliver Weigel

摘要

Die Liste der Herausforderungen, vor denen unsere Städte seit langem stehen, ist nach 2020 weiter gewachsen. Nicht zugenommen haben jedoch Möglichkeiten und Instrumente, die zur Verfügung stehen, um Krisen zu bewältigen und Chancen zu nutzen. Dass dies kein neues Phänomen ist, zeigt ein Blick zurück in die Zeit nach der deutschen Einheit. Damals gab es keinen angemessenen „Instrumentenkasten“ und der neoliberale Zeitgeist bot keinen Raum für gemeinwohlorientierte, integrierte Handlungsansätze, um den Herausforderungen in den ostdeutschen Städten zu begegnen. Soziale Krisen (u. a. in den französischen Banlieues) und starke Proteste gegen eine „Stadtentwicklung von oben“ (u. a. Stuttgart 21) führten Mitte der 2000er-Jahre zu neuen politischen Initiativen. Mit der Leipzig-Charta von 2007 wurde dann erstmals ein internationales Dokument beschlossen, das sich mit integrierter, nachhaltiger und sozialraumorientierter Stadtentwicklung befasste. In Deutschland und anderen Staaten führten nationale Stadtentwicklungspolitiken als Umsetzungsinstrumente der Charta zu einem Wandel hin zu einer partizipativen und gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung. Diese Strömung setzt sich inzwischen auch zunehmend auf internationaler Ebene durch, wie u. a. die Etablierung des G 7 „Urban Development Track“ zeigt.