Das (europäische) Romnja*/Sintizze*-Stereotyp – zur Konstruktion der Romni*
摘要
Die Forschung und damit auch die Datenlage zu Sinti und Roma in Europa sind diffus und durchweg kritisch zu hinterfragen. Es gibt bis heute kaum wissenschaftlich gesicherte Gleichstellungsdaten zur Situation der Bildung und sozialen Mobilität von Roma und Sinti, weder für Deutschland noch für Europa insgesamt. Gleichstellungsdaten gründen in diesem Kontext auf Erhebungen und Forschungen, die in ihren Erhebungs- und Auswertungsansätzen der Komplexität und Heterogenität der sozialen Situation von Roma und Sinti in Europa und Deutschland gerecht werden, außerdem Gleichstellungsgrad, Diskriminierung und Rassismus analytisch einbeziehen und forschungsethische Grundsätze einhalten (vgl. EK 2007; Ahyoud et al. 2018). Für die geschätzten zehn bis zwölf Millionen in verschiedenen Gruppen lebenden Roma und Sinti Europas wäre ein solches Vorgehen aufgrund des historisch tradierten und verfestigten gegen sie gerichteten Rassismus angezeigt (vgl. Weiß 2023). Ein großer Teil der verfügbaren Erhebungen kann jedoch, wie sich im Folgenden zeigen wird, nicht als Gleichstellungsdaten bezeichnet werden. Diese Erhebungen ignorieren sogar in weiten Teilen „gute wissenschaftliche Praxis“ (vgl. DFG 2022). Zudem untersuchen sie fast ausschließlich die Lebensbedingungen jener Sinti und Roma, die in segregierten und oftmals ‚informellen Siedlungen‘ leben. Wie viele dies von den geschätzten zehn bis zwölf Millionen in Europa sind, wird dabei jedoch nicht ausgewiesen.