Von einem notwendigen Paradigmenwechsel: Zuschreibungsverhältnisse, Wissenskonstruktionen und Gegenerzählungen
摘要
Unstrittig gibt es den Befund einer ungleichen Bildungsteilhabe von Sinti und Roma bezogen auf die zertifizierenden Bereiche des deutschen Bildungssystems. Die herrschenden Erklärungsmuster für diese Ungleichheit in Öffentlichkeit, Wissenschaft und Politik sind von diskriminierenden, kulturalisierenden, teils rassifizierenden Deutungen geprägt. Im Pädagogischen dominieren Defizitorientierungen und die Abwehr von pädagogischer Verantwortungsübernahme sowie Mechanismen von Segregation und Exklusion. Diskriminierung und Rassismus, die romani Schüler*innen und deren Familien im schulischen Kontext erleben, werden oftmals als solche nicht erkannt bzw. anerkannt, sodass keine entsprechenden Sanktionen oder Schutzmaßnahmen erfolgen. Schule ist für Sinti und Roma bis heute kein sicherer Ort. Diese mehrfaktorielle Gemengelage verstärkt die Mechanismen der (Bildungs-)Exklusion.