Subjektive Wirklichkeit
摘要
Die Genese und Transformation symbolischer Ordnungen kann, wie vorangehend diskutiert, einerseits mittels differenztheoretischer Annahmen erklärt werden, die weitestgehend ohne Akteursbezug auskommen (Abschn. 5.1 ), andererseits mit einem weitreichenden Bezug zu Akteuren durch die Verknüpfung wissenssoziologisch-interpretativer Theorietraditionen mit Foucaults Konzeptionen von Wahrheitsspielen und Macht/Wissens-Regimen (Abschn. 5.2 ). Auch Judith Butlers Perspektive der Performativität bietet – im Gegensatz zu ihrer abstrakt-philosophischen und psychoanalytisch gerahmten Letztbegründung der Subjektkonstitution – Möglichkeiten, ein dezentriertes, aber dennoch handlungsfähiges Subjekt als Ausgangspunkt für eine Subjektivierungsanalyse heranzuziehen (vgl. Abschn. 6.1). Im Poststrukturalismus wird die These der Dezentrierung als Kritik an den klassischen subjekt- und bewusstseinsphilosophischen Vorstellungen der autonomen Subjekte verstanden, die seit der frühen Neuzeit das abendländische Denken in weiten Teilen geprägt haben: von Descartes’ Vorstellung des isoliert denkenden Ichs über die Subjektkonzepte des deutschen Idealismus und der Romantik bis hin zu den rational handelnden Subjekten der vertrags- und markttheoretischen Ansätze. Reckwitz fasst die Perspektive wie folgt zusammen: