Einleitung zur Neuauflage
摘要
Die Etablierung strukturierter Mentoring-Programme in der Wissenschaft kann seit vielen Jahren als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden: An nahezu allen Universitäten, Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen gelten sie als bewährtes Instrument einer an Chancengerechtigkeit orientierten Studienverlaufsplanung, sowie Personal- und Karriereentwicklung und sind entsprechend nachhaltig verankert. Mit vielfältigen Angeboten richten sie sich in unterschiedlichen Formaten an spezifische Zielgruppen und/oder Statusebenen. Im Rahmen formal angelegter und hierarchiefreier Mentoring-Beziehungen erfahren die Teilnehmer*innen (Mentees) Begleitung in karriererelevanten Entscheidungsprozessen, gewinnen Einblicke in berufliche Strukturen und erhalten Zugang zu karrierefördernden Netzwerken. In wechselseitig angelegten Lernbeziehungen erarbeiten die Mentees mit ihren persönlichen Mentor*innen unter anderem Strategien zur Bewältigung der Herausforderungen, die ihnen im Hinblick auf geschlechts- und diversitätsspezifisch geprägte, nach wie vor tradierte Hochschul- und Berufsstrukturen begegnen. Flankiert wird dies durch gender- und diversitysensible Qualifizierungs- und Vernetzungsangebote, um die Mentees dabei zu unterstützen, karriererelevante Schlüsselkompetenzen weiterzuentwickeln, strukturelle Barrieren und Hindernisse erkennen und strategisch beantworten zu können sowie eigene beruflichen Netzwerke auf- und auszubauen. Nicht zuletzt durch die Rückkopplung des individuell neu erworbenen Wissens in die Institution hinein – durch Mentor*innen wie durch Mentees – haben strukturierte Mentoring-Programme das Potenzial, einen wertvollen Beitrag zur geschlechter- und diversitätsgerechten Organisationsentwicklung und damit zu einem nachhaltigen Kulturwandel zu leisten.