Die Abweichungen von einer idealen Reziprozität im Laufe der Einschreibungen von Akteuren in Zirkulationen und in Relationsstrukturen kann in der Kunst besonders gut beobachtet werden. In diesem Kapitel wollen wir ein solches Beispiel auf der Grundlage einer internationalen Untersuchung zu Künstlerinnen und Künstlern (im Folgenden bezeichnen wir sie an geeigneten Stellen einheitlich mit dem Begriff „Künstler“, um die Lesart zu begünstigen) behandeln. Diese Künstler können nicht vollständig von ihrer künstlerischen Tätigkeit leben und sind häufig darauf angewiesen, einer zusätzlichen Beschäftigung abseits ihres künstlerischen Schaffens nachzugehen und eine Stellung auf dem Arbeitsmarkt zu beziehen, um wirtschaftlich ihre Existenz abzusichern. Dieses Beispiel hilft dabei, zwei für die Theorie der Relation tragende Merkmale ins Zentrum zu stellen und diese anhand empirischen Materials zu erklären. Das erste Merkmal betrifft das Grundaxiom der Theorie der Relation, wonach es weder eine ideale Relation noch eine ideale Reziprozität gibt (vgl. Kap.  2 ). Vielmehr gibt es Abweichungen von einer idealen Reziprozität und demzufolge Abweichungen von einer idealen Zirkulation, die die Besonderheit der Zirkulation der Akteure ausmachen, sie in Akteurkategorien übersetzen und sie auf diese Kategorien verteilen. Das zweite Merkmal betrifft den Wechsel von Relationsstrukturen, der mit erheblichen Belastungen an der Seite der Akteure einhergehen kann, die ihrerseits dazu führen können, dass ihre Zirkulation in einer Relationsstruktur nicht stabilisiert werden kann. Beide Merkmale illustrieren die Künstler, die wir in diesem Kapitel untersuchen.

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Das Künstlerleben leben

  • Christian Papilloud,
  • Eva-Maria Schultze

摘要

Die Abweichungen von einer idealen Reziprozität im Laufe der Einschreibungen von Akteuren in Zirkulationen und in Relationsstrukturen kann in der Kunst besonders gut beobachtet werden. In diesem Kapitel wollen wir ein solches Beispiel auf der Grundlage einer internationalen Untersuchung zu Künstlerinnen und Künstlern (im Folgenden bezeichnen wir sie an geeigneten Stellen einheitlich mit dem Begriff „Künstler“, um die Lesart zu begünstigen) behandeln. Diese Künstler können nicht vollständig von ihrer künstlerischen Tätigkeit leben und sind häufig darauf angewiesen, einer zusätzlichen Beschäftigung abseits ihres künstlerischen Schaffens nachzugehen und eine Stellung auf dem Arbeitsmarkt zu beziehen, um wirtschaftlich ihre Existenz abzusichern. Dieses Beispiel hilft dabei, zwei für die Theorie der Relation tragende Merkmale ins Zentrum zu stellen und diese anhand empirischen Materials zu erklären. Das erste Merkmal betrifft das Grundaxiom der Theorie der Relation, wonach es weder eine ideale Relation noch eine ideale Reziprozität gibt (vgl. Kap.  2 ). Vielmehr gibt es Abweichungen von einer idealen Reziprozität und demzufolge Abweichungen von einer idealen Zirkulation, die die Besonderheit der Zirkulation der Akteure ausmachen, sie in Akteurkategorien übersetzen und sie auf diese Kategorien verteilen. Das zweite Merkmal betrifft den Wechsel von Relationsstrukturen, der mit erheblichen Belastungen an der Seite der Akteure einhergehen kann, die ihrerseits dazu führen können, dass ihre Zirkulation in einer Relationsstruktur nicht stabilisiert werden kann. Beide Merkmale illustrieren die Künstler, die wir in diesem Kapitel untersuchen.