Das erste Problem in der (nicht nur historischen) Auseinandersetzung mit Zeit ist, sie überhaupt zu einem Problem zu machen. Im Alltagsverständnis wird Zeit als eine außerhalb von Menschen und Gesellschaften angesiedelte Gegebenheit betrachtet, die unabhängig von deren Wollen und Wirken abläuft und ihre nahezu unerbittliche Macht ausübt. Ein Blick auf die Uhr oder die Veränderung der Natur im Wandel der Jahreszeiten belegt es vermeintlich zur Genüge: Zeit ist dort draußen, und sie läuft ab. Zeit kann daher einerseits als sehr trivial erscheinen – und erweist sich andererseits als ungemein komplex, geradezu rätselhaft. Denn bereits ein zweiter Blick auf das Phänomen ‚Zeit‘ zeigt, dass die vor mehr als eineinhalb Jahrtausenden getätigte Aussage des Augustinus weiterhin gültig ist, dass man so lange kein Problem mit der Zeit haben muss, so lange man nicht danach gefragt wird (Augustinus 1987).

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Narrativität und Geschichtsschreibung

  • Achim Landwehr

摘要

Das erste Problem in der (nicht nur historischen) Auseinandersetzung mit Zeit ist, sie überhaupt zu einem Problem zu machen. Im Alltagsverständnis wird Zeit als eine außerhalb von Menschen und Gesellschaften angesiedelte Gegebenheit betrachtet, die unabhängig von deren Wollen und Wirken abläuft und ihre nahezu unerbittliche Macht ausübt. Ein Blick auf die Uhr oder die Veränderung der Natur im Wandel der Jahreszeiten belegt es vermeintlich zur Genüge: Zeit ist dort draußen, und sie läuft ab. Zeit kann daher einerseits als sehr trivial erscheinen – und erweist sich andererseits als ungemein komplex, geradezu rätselhaft. Denn bereits ein zweiter Blick auf das Phänomen ‚Zeit‘ zeigt, dass die vor mehr als eineinhalb Jahrtausenden getätigte Aussage des Augustinus weiterhin gültig ist, dass man so lange kein Problem mit der Zeit haben muss, so lange man nicht danach gefragt wird (Augustinus 1987).