Staats- und Rechtssoziologie in Österreich 1918–1938: Soziologische Diskurse im Spannungsfeld politischer Ideologien
摘要
Die Periode zwischen 1918 und 1938 war in Österreich eine Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche und politischer Konflikte, die nicht zuletzt auch in hochkarätigen intellektuellen Debatten über grundlegende Fragen der gesellschaftlichen, staatlichen und wirtschaftlichen Ordnung Niederschlag fanden. Viele Beiträge zu diesen Debatten enthalten soziologische Erörterungen, die in der Sache als solche der Staats- und Rechtssoziologie gelten können, auch wenn diese damals als akademisches Fach noch nicht existierte oder erst im Entstehen begriffen war. Dieser Umstand ist auch einer der Gründe dafür, dass so gut wie alle Beiträge, die in diesem Kontext in Betracht stehen, eine ideologische Imprägnierung im Sinne ihrer Nähe zu einem der damals rivalisierenden politischen Lager aufweisen, die sich grob in die des Austromarxismus, des Austroliberalismus und des Austrofaschismus einteilen lassen. Dementsprechend verfolgt der vorliegende Beitrag das Ziel, die wichtigsten der von österreichischen Intellektuellen in der Zwischenkriegszeit geleisteten Beiträge zur Staats- und Rechtssoziologie unter Berücksichtigung ihrer Nähe zu diesen Lagern thematisch geordnet vorzustellen.