Ein disziplinär paritätisches historisch-soziologisches Zusammengehen vollzog sich nach 1918 im Rahmen einer sich zusehends radikalisierenden „Deutschtums-“ bzw. „Volkstumswissenschaft“. Ihrer Entwicklung wird durch vier inhaltlich-analytische Schwerpunktsetzungen nachgegangen. Bei ihnen handelt es sich um eine zeitgenössisch zusammengetragene Ahnen- und Exponentengalerie der historisch unterlegten „deutschen Soziologie“, um die „grenzkämpferisch“-revisionspolitischen Anfänge eines landeshistorischen Zusammengehens mit einer kongenialen Soziologie in den frühen 1920er-Jahren, sodann um die „raum- und bevölkerungstheoretisch“ verdichtete Fusion von historischen und soziologischen Fragestellungen sowie Arbeitsweisen im Handwörterbuch des Grenz- und Auslandsdeutschtums (HDGA), mit welchem, nach Auffassung eines Rezensenten, „eine neue deutsche Gesamtwissenschaft“ ins Werk gesetzt worden sei. Abschließend wird die Volkstumswissenschaft als historisch-soziologische Allianz untersucht, die dem eigenen Selbstverständnis nach als Instrument einer „Neuordnung“ insbesondere der „agrarischen Verhältnisse“ im „Großdeutschen Reich“, aber auch im europäischen Maßstab, zur Anwendung drängte.

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„Volkstumsforschung“. Zu disziplinären Fusionen von Soziologie und Geschichtswissenschaft in den 1930er- und 1940er-Jahren

  • Willi Oberkrome

摘要

Ein disziplinär paritätisches historisch-soziologisches Zusammengehen vollzog sich nach 1918 im Rahmen einer sich zusehends radikalisierenden „Deutschtums-“ bzw. „Volkstumswissenschaft“. Ihrer Entwicklung wird durch vier inhaltlich-analytische Schwerpunktsetzungen nachgegangen. Bei ihnen handelt es sich um eine zeitgenössisch zusammengetragene Ahnen- und Exponentengalerie der historisch unterlegten „deutschen Soziologie“, um die „grenzkämpferisch“-revisionspolitischen Anfänge eines landeshistorischen Zusammengehens mit einer kongenialen Soziologie in den frühen 1920er-Jahren, sodann um die „raum- und bevölkerungstheoretisch“ verdichtete Fusion von historischen und soziologischen Fragestellungen sowie Arbeitsweisen im Handwörterbuch des Grenz- und Auslandsdeutschtums (HDGA), mit welchem, nach Auffassung eines Rezensenten, „eine neue deutsche Gesamtwissenschaft“ ins Werk gesetzt worden sei. Abschließend wird die Volkstumswissenschaft als historisch-soziologische Allianz untersucht, die dem eigenen Selbstverständnis nach als Instrument einer „Neuordnung“ insbesondere der „agrarischen Verhältnisse“ im „Großdeutschen Reich“, aber auch im europäischen Maßstab, zur Anwendung drängte.