Ausgehend von Guido AdlerAdler, Guido, der bereits ab 1885 Überlegungen zum Wert statistischer Methoden für die Musikwissenschaft anstellte, richtet der Beitrag den Blick auf die 1930er-Jahre, als einige Arbeiten erschienen, die als Beginn einer Musiksoziologie in Österreich gelten können, die sich hier aber erst ab den 1960er-Jahren durch Kurt BlaukopfBlaukopf, Kurt (Pseud. Hans E. Wind) institutionell etablieren konnte. 1931/1932 führte Paul F. LazarsfeldLazarsfeld, Paul F. für die RAVAG eine Studie durch, in der er Hörerpräferenzen vor allem in Bezug auf Musik untersuchte. Der Komponist Ernst KrenekKrenek (Křenek), Ernst folgte 1938 mit einer Studie, die die Musikauswahl internationaler Rundfunkstationen kritisch untersuchte, aber auch das grundsätzliche Potenzial von Radiomusik betonte. Eine umfangreiche Arbeit zur Musikstatistik legte Leo WilzinWilzin, Leo in seiner 1937 veröffentlichten Dissertation vor, die als Novum neben üblichen Spielplan-, Publikums- und Institutionenstatistiken auch musikalische Werke selbst statistisch zu erfassen suchte. Blaukopf hat 1935 eine Arbeit vorgelegt, in der er gesellschaftliche und musikhistorische Entwicklungen parallelisierte und daraus Kritik an der Neuen Musik Arnold SchönbergsSchönberg, Arnold bezog, die er in seinem Buch Musiksoziologie, das erst 1950 erschien, aber bereits 1938 im Wesentlichen fertig war, durch eine „Soziologie der Tonsysteme“ zu präzisieren versuchte.

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Auf dem Weg zu einer Musiksoziologie in Österreich: musikbezogene Medienforschung, Statistik, Phonographie und eine Soziologie der Tonsysteme in der Zwischenkriegszeit

  • Barbara Boisits

摘要

Ausgehend von Guido AdlerAdler, Guido, der bereits ab 1885 Überlegungen zum Wert statistischer Methoden für die Musikwissenschaft anstellte, richtet der Beitrag den Blick auf die 1930er-Jahre, als einige Arbeiten erschienen, die als Beginn einer Musiksoziologie in Österreich gelten können, die sich hier aber erst ab den 1960er-Jahren durch Kurt BlaukopfBlaukopf, Kurt (Pseud. Hans E. Wind) institutionell etablieren konnte. 1931/1932 führte Paul F. LazarsfeldLazarsfeld, Paul F. für die RAVAG eine Studie durch, in der er Hörerpräferenzen vor allem in Bezug auf Musik untersuchte. Der Komponist Ernst KrenekKrenek (Křenek), Ernst folgte 1938 mit einer Studie, die die Musikauswahl internationaler Rundfunkstationen kritisch untersuchte, aber auch das grundsätzliche Potenzial von Radiomusik betonte. Eine umfangreiche Arbeit zur Musikstatistik legte Leo WilzinWilzin, Leo in seiner 1937 veröffentlichten Dissertation vor, die als Novum neben üblichen Spielplan-, Publikums- und Institutionenstatistiken auch musikalische Werke selbst statistisch zu erfassen suchte. Blaukopf hat 1935 eine Arbeit vorgelegt, in der er gesellschaftliche und musikhistorische Entwicklungen parallelisierte und daraus Kritik an der Neuen Musik Arnold SchönbergsSchönberg, Arnold bezog, die er in seinem Buch Musiksoziologie, das erst 1950 erschien, aber bereits 1938 im Wesentlichen fertig war, durch eine „Soziologie der Tonsysteme“ zu präzisieren versuchte.