Soziologie der Intellektuellen in der Zwischenkriegszeit
摘要
In der Zwischenkriegszeit kam es zu einer Hochkonjunktur an Diskursen der Intellektuellen. Diese Hochkonjunktur steht im Kontext einer mehrschichtigen Krisenwahrnehmung der gesellschaftlich-geschichtlichen Situation der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Denn unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs und der darauffolgenden ökonomischen, politischen, sozialen und kulturellen Krisen erachteten es viele Intellektuelle für ihre Aufgabe, die gesellschaftlichen Herausforderungen der Nachkriegszeit und der neuen Republik kritisch zu reflektieren. Damit einher ging ein Plädoyer, die zukünftige gesellschaftliche Rolle und Funktion der Intellektuellen neu zu definieren. Vertreter der Soziologie trugen entscheidend zu diesen Diskursen bei. Der vorliegende Beitrag behandelt zentrale intellektuellensoziologische Studien und Autoren der Zwischenkriegszeit, insbesondere diejenigen von Emil LedererLederer, Emil, Carl BrinkmannBrinkmann, Carl, Alfred WeberWeber, Alfred und Karl MannheimMannheim, Karl, da diese den intellektuellensoziologischen Diskurs der Weimarer Zeit wesentlich prägten. Der Beitrag macht deutlich, dass die Soziologen die Intellektuellen, zu denen sie sich meist selbst zählten, als entscheidende Sozialfiguren betrachteten, denen durch ihre Fähigkeiten zur kritischen Analyse, zur relativen Loslösung seinsgebundener Perspektiven und zur kulturellen Vermittlung eine Schlüsselrolle in der Reflektion und Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen der Zwischenkriegszeit zugesprochen wurde.