Religionssoziologie im Österreich der Zwischenkriegszeit
摘要
Die Religionssoziologie im Österreich der Zwischenkriegszeit ist Teil der von Kontroversen und weltanschaulichen Auseinandersetzungen begleiteten Entwicklung der Soziologie im deutschsprachigen Raum. Katholizismus, Monarchismus und der um sich greifende Faschismus auf der einen, Marxismus und Sozialdemokratie auf der anderen Seite bestimmten die wissenschaftliche Arbeit und Biographien der in diesem Kapitel behandelten Autoren. Das vorliegende Kapitel ordnet ihre wissenschaftlichen Netzwerke und theoretischen Positionierungen nach drei Gesichtspunkten und benennt drei unterschiedliche Gruppen: erstens die „Katholischen Soziologen“; zweitens die „Christlichen Philosophen“, und drittens die „Religiösen Sozialisten“. Die erstere dieser Gruppen dominierte in der Zwischenkriegszeit mit Überlegungen rund um Sozialkatholizismus das Feld und versuchte, sich von der säkularen Religionssoziologie eines Max WeberWeber, Max oder Émile DurkheimDurkheim, Émile abzugrenzen. Machtverschiebung zugunsten „rechter“ Entwürfe von Soziologie hatten in den 1930er-Jahren eine sukzessive Marginalisierung und Vertreibung andersartiger Ansätze, beispielsweise liberaler oder austromarxistischer Theoretikerinnen und Theoretiker, zur Folge, die in einer Auswanderungswelle 1938 mündeten.