„aber ich möchte etwas in die Hand nehmen“ – Politische Bildung in der Grundschule zwischen sozialem Engagement und politischer Reflexion im Rahmen des Kooperationsprojekts „Ich kann!“
摘要
Im vorliegenden Beitrag wird das von der Autorin konzipierte Kooperationsprojekt „Ich kann!“ vorgestellt, bei dem sich Grundschüler:innen sozial in einem Pflegeheim engagieren und dieses Engagement im Rahmen eines außerschulischen Bildungsseminars politisch reflektieren. Angesichts akuter gesellschaftlicher Herausforderungen wird zunächst die Aufgabe der schulischen und außerschulischen politischen Bildung in einer krisengeprägten Gegenwart beleuchtet. Dabei wird eine kritische Urteilsfähigkeit neben der Handlungsfähigkeit als bedeutsam herausgestellt und die Frage aufgeworfen, welche Bildungsangebote notwendig sind, um Krisen zu begegnen. Hierauf will das Projekt aus der Praxis heraus eine Antwort geben und beispielhaft zeigen, wie sich politische Lern- und Bildungsprozesse mit einem kritischen Anspruch bereits in der Grundschule didaktisch modellieren lassen. Denn Kinder sind junge Bürger:innen und haben als politische Subjekte ein Recht auf Teilhabe und politische Bildung. Durch die Beschreibung der Projektpraxis wird nachvollziehbar, wie dies durch die Kooperation zwischen einer Ganztagsschule, einer kommunalen sozialen Einrichtung und einem außerschulischen Bildungsträger gelingen kann. Auch die zentralen empirischen Erkenntnisse aus der Begleitforschung werden dargelegt. Aus den Daten lässt sich ableiten, wie bedeutsam außerschulische Lernorte für eine zukunftsweisende politische Bildung sind. Zudem zeigt sich in den Aussagen der Grundschüler:innen, dass das Projekt „Ich kann!“ Raum für Erfahrungen, Emotionen und Kritik bot. Es gilt deshalb bereits Kinder darin zu stärken, das Zusammenleben als gestaltbar zu betrachten und sich handelnd in die Welt einzubringen.