Die Entwicklung eines Paradigmas des objektorientierten Programmierens (OOP) war ein zentraler Schritt auf dem Weg, die Bedienung persönlicher Computer mit visuellen, „glatten“ Oberflächen und der Repräsentation symbolischer Operationen zu ermöglichen. Im vorliegenden Beitrag vollziehen wir die historischen Entwicklungslinien des OOP als einer Art des Interfacedesigns nach und verlängern diese bis zu akustischen Interfaces. Daran anschließend werfen wir die Frage auf, inwiefern Medienpraktiken mit Smart Speakern – stationären intelligenten persönlichen Assistenten (IPAs) mit stimmlicher Benutzer*innenschnittstelle – die Grenzen des Mediums ausloten. Dazu arbeiten wir auf Grundlage eines Datenkorpus von Audioaufzeichnungen von sequenziellen, akustisch prozessierten Interaktionen mit IPAs und zeigen mit medienlinguistischen Verfahren die dabei entstehenden Limitierungen der Medialisierung auf. Gerahmt wird der Beitrag durch eine methodologische Reflexion zu den Erhebungsverfahren, die bei der Forschung zum Einsatz kamen. Diese bedient sich selbst des OOP-Paradigmas, womit eine Perspektive auf ein Medium als relationales Gefüge angelegt ist. Wir argumentieren für eine medienhistorische Reflexion, die die Implikationen von Forschungspraktiken in Medienpraktiken zu entwirren hilft.

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Werkzeuge und Medienpraktiken. Intelligente persönliche Assistenten und das Paradigma objektorientierten Programmierens

  • Benedikt Merkle,
  • Tim Hector

摘要

Die Entwicklung eines Paradigmas des objektorientierten Programmierens (OOP) war ein zentraler Schritt auf dem Weg, die Bedienung persönlicher Computer mit visuellen, „glatten“ Oberflächen und der Repräsentation symbolischer Operationen zu ermöglichen. Im vorliegenden Beitrag vollziehen wir die historischen Entwicklungslinien des OOP als einer Art des Interfacedesigns nach und verlängern diese bis zu akustischen Interfaces. Daran anschließend werfen wir die Frage auf, inwiefern Medienpraktiken mit Smart Speakern – stationären intelligenten persönlichen Assistenten (IPAs) mit stimmlicher Benutzer*innenschnittstelle – die Grenzen des Mediums ausloten. Dazu arbeiten wir auf Grundlage eines Datenkorpus von Audioaufzeichnungen von sequenziellen, akustisch prozessierten Interaktionen mit IPAs und zeigen mit medienlinguistischen Verfahren die dabei entstehenden Limitierungen der Medialisierung auf. Gerahmt wird der Beitrag durch eine methodologische Reflexion zu den Erhebungsverfahren, die bei der Forschung zum Einsatz kamen. Diese bedient sich selbst des OOP-Paradigmas, womit eine Perspektive auf ein Medium als relationales Gefüge angelegt ist. Wir argumentieren für eine medienhistorische Reflexion, die die Implikationen von Forschungspraktiken in Medienpraktiken zu entwirren hilft.