Thematischer Hintergrund und Forschungsdesign
摘要
Bei der Erforschung des „Muslimischen Antisemitismus in Österreichs Moscheegemeinden“ bzw. der muslimisch-jüdischen Beziehung handelt es sich aufgrund diverser historischer, kultureller, politischer und wissenschaftlicher Aspekte, die im österreichischen Kontext zu berücksichtigen sind, um eine komplexe und sensible Thematik. Dies beginnt bereits bei der Achtsamkeit in der Nutzung pauschalisierender Begriffe, wie etwa der Attribute „muslimisch“ oder „islamisch“. Für diese Forschung bedeutet „muslimisch“ in erster Linie eine religionsbezogene Selbstbezeichnung, denn der Fokus liegt auf Muslim*innen, die entweder in Moscheegemeinden, insbesondere als Imame oder als Koranlehrerinnen, arbeiten oder sich dem Islam zugehörig fühlen und beispielsweise im Rahmen von Moscheebesuchen der Pflicht zum Gebet nachkommen. Diese beiden forschungsrelevanten Zielgruppen repräsentieren ein Kollektiv, das in Österreich ebenfalls Anfeindung vonseiten der Politik, Gesellschaft und Medien erlebt, ohne hier jedoch näher auf die verschiedenen Gründe einzugehen, wie etwa auf die völkisch nationalistische Identitätspolitik rechter Parteien einerseits und islamistische (terroristische) Ideologien andererseits. Auf die Konsequenz einer steigenden Feindlichkeit gegen Muslim*innen in der Gesellschaft kann an dieser Stelle ebenfalls nicht eingegangen werden, wenngleich diese in unseren Interviews von vielen angesprochen wurde, als sie nach ihrer Meinung zu den Gründen für verbreitete antijüdische Vorurteile gefragt wurden.