Die GKI-Literacy von Individuen und Organisationen: Strukturationstheoretische Fundierung und empirische Analyse
摘要
Generative Künstliche Intelligenz (GKI) stellt Einzelpersonen und Organisationen vor Herausforderungen. Sowohl Individuen als auch Organisationen müssen eine GKI-Kompetenz entwickeln: Individuen benötigen Anwendungswissen und Reflexionsfähigkeit, die Organisationen durch eine entsprechende Kultur und Infrastruktur zu fördern haben. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen die Forschungsfragen: Wie lässt sich die GKI-Literacy von Individuen und Organisationen konzeptualisieren, definieren und messen? Wie hängen individuelle und organisationale GKI-Literacy zusammen? Wie beeinflusst der Grad an individueller GKI-Literacy die Einschätzung entsprechender Chancen und Risiken? Welche GKI-Anwendungen, wie ChatGPT oder Adobe Firefly, nutzen Mitarbeitende? Wie viel Vertrauen haben sie in diese Anwendungen? Im Beitrag wird aufgezeigt, dass eine sozialtheoretische Fundierung notwendig ist, um die GKI-Literacy von Individuen und Organisationen sowie deren Wechselwirkungen widerspruchsfrei zu erfassen. Diese Fundierung wird anhand von Giddens‘ Theorien der Strukturierung und der Spätmoderne vorgenommen. Der empirische Teil umfasst eine Onlinebefragung von 132 Kommunikations- und Wirtschaftsfachleuten. Die Ergebnisse zeigen, dass individuelle und organisationale GKI-Literacy sich gegenseitig beeinflussen. Höhere individuelle GKI-Literacy korreliert mit höherer Risikowahrnehmung und gesteigertem Leistungsdruck. GKI-Anwendungen werden vor allem für kreative und textliche Arbeiten genutzt, weniger für Entscheidungsfindungen. Ethische Bedenken bestehen, mindern jedoch nicht die Faszination. Es wird empfohlen, dass Organisationen eine aufgeschlossene Kultur fördern und den Leistungsdruck ernst nehmen sollten, um den Herausforderungen zu begegnen.