Verständlichkeit ist – neben weiteren Attributen – eine wichtige Anforderung an Wahlsysteme. Gerade in Deutschland gelten die auf den verschiedenen politischen Ebenen genutzten Wahlsysteme häufig als vergleichsweise komplex und nur schwer verständlich. Während die Komplexität des Wahlsystems zum Bundestag nicht völlig unerforscht ist, gibt es nur sehr vereinzelt entsprechende Studien zu Kommunalwahlsystemen. Insbesondere Arbeiten, die sich mit der Verständlichkeit des Wahlsystems aus Sicht der Wählerinnen und Wähler beschäftigen, liegen kaum vor. Im vorliegenden Beitrag tragen wir zur Verkleinerung dieses Desiderats bei, indem wir Umfragedaten zu den Kommunalwahlsystemen in Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein auswerten. Die Befragten schätzen das Wahlsystem in Hessen als am kompliziertesten ein, das in Schleswig-Holstein als am wenigsten komplex. Zudem wirken sich der Grad schulischer Bildung, das politische Interesse, die Links-Rechts-Selbsteinstufung der Befragten sowie das Alter auf die Einschätzung der Komplexität des Wahlsystems aus. Gleichzeitig hat die Einschätzung des Wahlsystems als zu komplex Folgen. Eine hohe subjektive Komplexitätseinschätzung des Wahlsystems geht unter anderem einher mit einer geringeren Wahlteilnahme, niedrigerem Vertrauen in die zu wählende politische Institution und einer geringeren Zufriedenheit mit Demokratie.

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Alles viel zu kompliziert? Die Beurteilung der Kommunalwahlsysteme in Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein

  • Eric Linhart,
  • Kristin Eichhorn

摘要

Verständlichkeit ist – neben weiteren Attributen – eine wichtige Anforderung an Wahlsysteme. Gerade in Deutschland gelten die auf den verschiedenen politischen Ebenen genutzten Wahlsysteme häufig als vergleichsweise komplex und nur schwer verständlich. Während die Komplexität des Wahlsystems zum Bundestag nicht völlig unerforscht ist, gibt es nur sehr vereinzelt entsprechende Studien zu Kommunalwahlsystemen. Insbesondere Arbeiten, die sich mit der Verständlichkeit des Wahlsystems aus Sicht der Wählerinnen und Wähler beschäftigen, liegen kaum vor. Im vorliegenden Beitrag tragen wir zur Verkleinerung dieses Desiderats bei, indem wir Umfragedaten zu den Kommunalwahlsystemen in Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein auswerten. Die Befragten schätzen das Wahlsystem in Hessen als am kompliziertesten ein, das in Schleswig-Holstein als am wenigsten komplex. Zudem wirken sich der Grad schulischer Bildung, das politische Interesse, die Links-Rechts-Selbsteinstufung der Befragten sowie das Alter auf die Einschätzung der Komplexität des Wahlsystems aus. Gleichzeitig hat die Einschätzung des Wahlsystems als zu komplex Folgen. Eine hohe subjektive Komplexitätseinschätzung des Wahlsystems geht unter anderem einher mit einer geringeren Wahlteilnahme, niedrigerem Vertrauen in die zu wählende politische Institution und einer geringeren Zufriedenheit mit Demokratie.