Der Beitrag untersucht die Frage, wie stark die Wahlentscheidung der Bürgerinnen und Bürger bei Kommunalwahlen von lokalen Kandidaten- oder Themenaspekten abhängt. Diese Frage untersuchen wir im Vergleich der drei Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen. Dabei gehen wir vom klassischen Erklärungsmodell von Wahlverhalten aus, dem Michigan-Modell, das wir auf lokale Wahlen anpassen. Die Operationalisierung der Erklärungsfaktoren erfolgt mit zwei verschiedenen Messinstrumenten: Zum einen geben die Befragten selbst an, wie wichtig die sozialpsychologischen Faktoren für ihre Wahlentscheidung waren. Zum anderen wird der Einfluss der Faktoren unabhängig von der Wahlentscheidung über Kandidaten- und Parteibewertungen gemessen. Beide Messinstrumente kommen zu einem nahezu gleichen Ergebnis: Es zeigt sich, dass die Entscheidungen der Wählerinnen und Wähler bei lokalen Wahlen stark von lokalen Einflussfaktoren abhängen. Nationale Aspekte und die Parteiidentifikation sind dagegen von untergeordneter Bedeutung für die lokale Stimmabgabe. Diese Effekte sind weitgehend stabil gegenüber Kontexteffekten wie der Gemeindegröße oder dem in dem jeweiligen Bundesland angewendeten Wahlsystem. Lokale Faktoren der Wahlentscheidung sind damit zumindest für die meisten Beteiligten keineswegs von untergeordneter Bedeutung.

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Parteiwahlverhalten bei Gemeinderatswahlen: Wie „lokal“ sind lokale Wahlen?

  • Kerstin Völkl,
  • Angelika Vetter

摘要

Der Beitrag untersucht die Frage, wie stark die Wahlentscheidung der Bürgerinnen und Bürger bei Kommunalwahlen von lokalen Kandidaten- oder Themenaspekten abhängt. Diese Frage untersuchen wir im Vergleich der drei Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen. Dabei gehen wir vom klassischen Erklärungsmodell von Wahlverhalten aus, dem Michigan-Modell, das wir auf lokale Wahlen anpassen. Die Operationalisierung der Erklärungsfaktoren erfolgt mit zwei verschiedenen Messinstrumenten: Zum einen geben die Befragten selbst an, wie wichtig die sozialpsychologischen Faktoren für ihre Wahlentscheidung waren. Zum anderen wird der Einfluss der Faktoren unabhängig von der Wahlentscheidung über Kandidaten- und Parteibewertungen gemessen. Beide Messinstrumente kommen zu einem nahezu gleichen Ergebnis: Es zeigt sich, dass die Entscheidungen der Wählerinnen und Wähler bei lokalen Wahlen stark von lokalen Einflussfaktoren abhängen. Nationale Aspekte und die Parteiidentifikation sind dagegen von untergeordneter Bedeutung für die lokale Stimmabgabe. Diese Effekte sind weitgehend stabil gegenüber Kontexteffekten wie der Gemeindegröße oder dem in dem jeweiligen Bundesland angewendeten Wahlsystem. Lokale Faktoren der Wahlentscheidung sind damit zumindest für die meisten Beteiligten keineswegs von untergeordneter Bedeutung.