Die Wahlbeteiligung bei Gemeinderatswahlen: Kommunal-, Bundes- oder Kontexteffekt?
摘要
Im Mittelpunkt des Beitrags stehen zwei Fragen, die für Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein untersucht werden: Erstens, in welchem Ausmaß sich Menschen an Kommunalwahlen beteiligen, und zweitens, wie sich die Beteiligung an Kommunalwahlen erklären lässt. Analysen auf Basis von Daten der amtlichen Wahlstatistik zeigen, dass die Beteiligung an den letzten Kommunalwahlen in diesen vier Bundesländern vergleichsweise gering ausgefallen und im Zeitverlauf durchaus Schwankungen unterlegen ist. Um die Frage nach den Ursachen der Beteiligung an kommunalen Wahlen zu beantworten, wurde das um systemebenenspezifische Faktoren und Kontextfaktoren erweiterte Civic Voluntarism-Modell herangezogen. Analysen auf Basis von Umfragedaten kommen zu dem Ergebnis, dass neben dem Bildungsniveau und dem Interesse an der Kommunalpolitik vor allem die von den Wahlberechtigten wahrgenommene Wahlbeteiligung von Familienmitgliedern und Freunden einen bedeutsamen Effekt auf die kommunale Wahlwahrscheinlichkeit ausüben. Darüber hinaus bestätigen sich Gemeindegrößen- und Wahlsystemeffekte. Bezug nehmend auf den Titel des Beitrags sind es also in erster Linie ebenenunabhängige Individualfaktoren, ergänzt um einige wenige lokale Individualfaktoren und Kontextfaktoren, die die kommunale Wahlbeteiligung erklären.