Die Analyse der Berichterstattung in deutschen Print- und Onlinemedien zu den Diskursereignissen der „Kölner Silvesternacht“ 2015/16 und der Berichterstattung über marokkanische Arbeitskräfte in Deutschland zeigt die Ambivalenzen mediatisierter Sichtbarkeit und Anerkennung auf. Im Kontext der „Kölner Silvesternacht“ wird deutlich, wie die gezielte Sichtbarmachung einer als homogen dargestellten Gruppe von Tatverdächtigen mit marokkanischer Herkunft zu problematischen Folgen wie Racial Profiling und Verschärfung des Asylrechts führen kann. Demgegenüber überwiegen in der Berichterstattung über marokkanische Fachkräfte und deren Nachkommen anerkennende Darstellungen, die jedoch an Bedingungen wie ökonomischen Nutzen und sichtbare „Integrationsleistungen“ geknüpft sind. Zugleich bleibt eine Repräsentation von „Andersheit“ erhalten, die sich etwa in exotisierenden Darstellungen zeigt. Die Analyse verdeutlicht somit, dass Sichtbarkeit und Anerkennung in Medienbeiträgen ambivalent sind: Sie können zwar Teilhabe ermöglichen, bergen aber auch die Gefahr der Homogenisierung, Kulturalisierung und Hierarchisierung.

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Ambivalenzen der Repräsentation von Menschen mit marokkanischer Herkunft in der deutschen Presse

  • Lina Brink

摘要

Die Analyse der Berichterstattung in deutschen Print- und Onlinemedien zu den Diskursereignissen der „Kölner Silvesternacht“ 2015/16 und der Berichterstattung über marokkanische Arbeitskräfte in Deutschland zeigt die Ambivalenzen mediatisierter Sichtbarkeit und Anerkennung auf. Im Kontext der „Kölner Silvesternacht“ wird deutlich, wie die gezielte Sichtbarmachung einer als homogen dargestellten Gruppe von Tatverdächtigen mit marokkanischer Herkunft zu problematischen Folgen wie Racial Profiling und Verschärfung des Asylrechts führen kann. Demgegenüber überwiegen in der Berichterstattung über marokkanische Fachkräfte und deren Nachkommen anerkennende Darstellungen, die jedoch an Bedingungen wie ökonomischen Nutzen und sichtbare „Integrationsleistungen“ geknüpft sind. Zugleich bleibt eine Repräsentation von „Andersheit“ erhalten, die sich etwa in exotisierenden Darstellungen zeigt. Die Analyse verdeutlicht somit, dass Sichtbarkeit und Anerkennung in Medienbeiträgen ambivalent sind: Sie können zwar Teilhabe ermöglichen, bergen aber auch die Gefahr der Homogenisierung, Kulturalisierung und Hierarchisierung.