Einbürgerungsverhalten von Immigranten und deren Nachkommen aus Marokko und der Türkei in vier ausgewählten Ländern
摘要
In diesem Beitrag wird das Einbürgerungsverhalten in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Deutschland von Immigranten und deren Nachkommen aus Marokko und der Türkei untersucht. Durch eine Einbürgerung erlangen Immigranten rechtliche Gleichstellung mit den Staatsbürgern des Aufnahmelandes, einschließlich aller damit verbundenen Rechte und Pflichten. Bislang fehlt eine vergleichende Studie zum Einbürgerungsverhalten von Immigranten und deren Nachkommen aus Marokko und der Türkei in unterschiedlichen Aufnahmeländern. Die Analyse des Einbürgerungsverhaltens erfolgt anhand des Six Country Immigrant Integration Comparative Survey (SCIICS) aus dem Jahr 2008. Untersucht wird der Einfluss von Staatsbürgerschaftsgesetzen, soziodemografischen Merkmalen, etwa Alter, Religion und ethnische Zugehörigkeit, und Indikatoren der (segmentierten) Assimilationstheorie, wie Generationszugehörigkeit, Aufenthaltsdauer und Bildung, auf das Einbürgerungsverhalten. Die Ergebnisse der logistischen Regressionsanalyse zeigen, dass Staatsbürgerschaftsgesetze und die Indikatoren der Assimilationstheorie (Aufenthaltsdauer und Generation) dazu beitragen, die Einbürgerungswahrscheinlichkeit vorherzusagen. Darüber hinaus hängt das Einbürgerungsverhalten mit den soziodemografischen Merkmalen Alter und ethnischer Zugehörigkeit und dem Bildungsniveau, als Indikator der segmentierten Assimilationstheorie zusammen. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Zugehörigkeit zu einer ethnischen Minderheit von Bedeutung ist, da Minderheiten aus der Türkei (bspw. Kurden) eine größere Einbürgerungsneigung aufweisen als Türkischstämmige. Insgesamt verweist dieser Beitrag auf den positiven Einfluss einer zugänglicheren Staatsbürgerschaftspolitik, einer längeren Aufenthaltsdauer und der Zugehörigkeit zur Nachfolgegeneration auf die Einbürgerungsneigung.