Wege zur Entschärfung des Südtirol-Konflikts
摘要
Das überwiegend von Deutschen besiedelte Südtirol gehört seit 1919 zu Italien und unterlag jahrzehntelang einem brutalen Italienisierungsdruck. Hitler und Mussolini einigten sich auf eine Aussiedlung des größten Teils der Bevölkerung ins Deutsche Reich, was bis 1943 nur zum Teil in die Tat umgesetzt wurde. Danach geriet Südtirol für anderthalb Jahre unter deutsche Herrschaft. Alle Berufungen auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker stießen 1946 wie 1919 auf taube Ohren. In einem friedensvertraglich international abgesicherten Abkommen mit Österreich verpflichtete sich Italien 1946 zu einem Autonomiestatut, ohne es jedoch kaum zu verwirklichen. Auch von den demokratischen Regierungen wurde die Italienisierungspolitik in abgeschwächter Form fortgesetzt. Dies rief einen gewalttätigen Widerstand in Form von Bombenattentaten aus, die Befürchtungen eines drohenden Bürgerkrieges wie in Nordirland und im Baskenland hervorriefen. Sie und einige andere Faktoren führten zu einem Umdenken in Rom.