Qualitative Forschung – Analyse des Datenmaterials
摘要
Im Kontext eines Theorie-Praxis-Verhältnisses werden nachfolgend die empirischen Erkenntnisse, welche sich aus dem Erfahrungswissen der Praxis speisen, dargestellt. Diese wurden während des Forschungsaufenthaltes im Feld gewonnen, wobei es hierbei das Verhältnis zwischen ‚going native‘ und ‚objektiver Distanz‘ zu wahren galt. Nach Girtler (2001) wird unter ‚going native‘ verstanden, dass „der teilnehmende Beobachter die Urteilmaßstäbe und Verhaltensmuster der Akteure im Feld übernimmt und damit beginnt, sich mit ihnen zu identifizieren“ (Girtler 2001, S. 78). Unter der ‚objektiven Distanz‘ kann verstanden werden, dass sich die Forschenden bewusst sein müssen zu ‚schützen‘, was die Konfrontation mit der Brutalität der Praxis und der damit einhergehenden Krisendynamik des Gegenübers betrifft, sodass der Aufenthalt im Feld vornehmlich im dienstlichen, forschenden Kontext steht (vgl. Czarny 2016, S. 128). „Das Beschreiten eines Mittelweges zwischen ‚going native‘ und unbeteiligter Distanz‘ kann durch methodische und soziale Vorkehrungen unterstützt werden. Gerade die ‚soziale Folgenlosigkeit‘ der Forschung für die Untersuchungsperson eröffnet diese Spielräume sich frei zu äußern. Sie werden sich aber nur dann offen äußern, wenn sie sich in ihrer Lebenssituation ernst genommen fühlen. Die Aufrechterhaltung der Spannung zwischen forschender Distanz und empathischer Teilhabe charakterisiert eine professionelle Forscherrolle“ (Przyborski und Wohlrab-Sahr 2008, S. 62). Charakteristisch ist bei hiesigem Vorgehen das „nichtstandardisierte Arrangement von Methode und Interpretation“ (Kraimer 2000, S. 9), sodass ein Diskurs entsteht, welcher sich an den durch die empirischen Analysen aufgedeckten Ausdrucksgestalten des Sozialen orientieren kann.