In der strategischen Planung, sowohl in Unternehmenskontexten als auch in der Regionalentwicklung, spielt die Fähigkeit, frühzeitig Chancen und Risiken zu identifizieren und korrespondierende Handlungen einzuleiten, eine entscheidende Rolle. Die strategische Vorausschau bedient sich verschiedener Methoden, um solche Einsichten zu gewinnen und Unternehmensstrategien und Geschäftsmodelle, aber auch Strategien in der Entwicklung von Regionen systematisch zu begleiten. Zu den Methoden zählen unter anderem Trend- und Szenarioanalysen, das Environmental Scanning, Befragungen von Expert*innen oder die Umsetzung von Zukunftsworkshops. Die Szenarioanalyse ist ein etabliertes Instrument, um unterschiedliche Zukunftsszenarien zu entwickeln und zu bewerten. Mit der breiten Einführung von Technologien der Künstlichen Intelligenz (KI) – wie ChatGPT – eröffnen sich neue Möglichkeiten, diese Analysen durchzuführen. In diesem Beitrag werden Komponenten der Szenarioanalyse den durch KI generierten Ergebnissen gegenübergestellt und diskutiert. Dabei wird deutlich, dass die Integration der Künstlichen Intelligenz in den Prozess der Szenarioanalyse die Durchführungsgeschwindigkeit signifikant erhöhen kann, die Dokumentation des Prozesses unterstützt und den Erstellungsaufwand von Szenarien reduziert. Damit besteht grundsätzlich das Potenzial eines höheren Anwendungsgrades dieser Methode – auch in Organisationen mit geringeren Ressourcen für die strategische Planung – und einer schnelleren Reaktionsfähigkeit aufseiten der Unternehmen und Institutionen, die vor strategischen Entscheidungen stehen und komplexe Umfelder berücksichtigen müssen. Dennoch ist eine profunde Methodenkenntnis und Anwendungskompetenz erforderlich, um zu belastbaren Ergebnissen und Entscheidungen zu gelangen. Weiterhin zeigt der Vergleich, dass im Fall von spezifischen und – wie in diesem Beitrag – regionalen Fragestellungen Ergebnisse der Künstlichen Intelligenz noch zu unspezifisch sind. Andererseits kann KI auch dabei helfen, Fehler zu vermeiden und die Einschätzungen des Szenarioteams zu hinterfragen. Die fehlende Zuordnung von Quellen zu generierten Texten, ausgeprägte Bedenken im Hinblick auf die Datensicherheit und die Gefahr von Urheberrechtsverletzungen stellen Barrieren im Einsatz von ChatGPT dar.

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Szenarioanalysen mit ChatGPT – Potenziale und Grenzen KI-gestützter Vorausschau

  • Dana Mietzner

摘要

In der strategischen Planung, sowohl in Unternehmenskontexten als auch in der Regionalentwicklung, spielt die Fähigkeit, frühzeitig Chancen und Risiken zu identifizieren und korrespondierende Handlungen einzuleiten, eine entscheidende Rolle. Die strategische Vorausschau bedient sich verschiedener Methoden, um solche Einsichten zu gewinnen und Unternehmensstrategien und Geschäftsmodelle, aber auch Strategien in der Entwicklung von Regionen systematisch zu begleiten. Zu den Methoden zählen unter anderem Trend- und Szenarioanalysen, das Environmental Scanning, Befragungen von Expert*innen oder die Umsetzung von Zukunftsworkshops. Die Szenarioanalyse ist ein etabliertes Instrument, um unterschiedliche Zukunftsszenarien zu entwickeln und zu bewerten. Mit der breiten Einführung von Technologien der Künstlichen Intelligenz (KI) – wie ChatGPT – eröffnen sich neue Möglichkeiten, diese Analysen durchzuführen. In diesem Beitrag werden Komponenten der Szenarioanalyse den durch KI generierten Ergebnissen gegenübergestellt und diskutiert. Dabei wird deutlich, dass die Integration der Künstlichen Intelligenz in den Prozess der Szenarioanalyse die Durchführungsgeschwindigkeit signifikant erhöhen kann, die Dokumentation des Prozesses unterstützt und den Erstellungsaufwand von Szenarien reduziert. Damit besteht grundsätzlich das Potenzial eines höheren Anwendungsgrades dieser Methode – auch in Organisationen mit geringeren Ressourcen für die strategische Planung – und einer schnelleren Reaktionsfähigkeit aufseiten der Unternehmen und Institutionen, die vor strategischen Entscheidungen stehen und komplexe Umfelder berücksichtigen müssen. Dennoch ist eine profunde Methodenkenntnis und Anwendungskompetenz erforderlich, um zu belastbaren Ergebnissen und Entscheidungen zu gelangen. Weiterhin zeigt der Vergleich, dass im Fall von spezifischen und – wie in diesem Beitrag – regionalen Fragestellungen Ergebnisse der Künstlichen Intelligenz noch zu unspezifisch sind. Andererseits kann KI auch dabei helfen, Fehler zu vermeiden und die Einschätzungen des Szenarioteams zu hinterfragen. Die fehlende Zuordnung von Quellen zu generierten Texten, ausgeprägte Bedenken im Hinblick auf die Datensicherheit und die Gefahr von Urheberrechtsverletzungen stellen Barrieren im Einsatz von ChatGPT dar.