Der Arbeitseinsatz italienischer Arbeitskräfte aus Ligurien für Deutschland 1938 bis 1945: Zwischen monarchischem und republikanischem Faschismus, Kriegsindustrie und der Furcht vor einer Landung der Alliierten
摘要
Die Region Ligurien ist bezüglich der Arbeitskräfterekrutierung für die NS-Kriegswirtschaft ein Fallbeispiel mit besonderen Spezifika: Die deutsche Besatzung dauerte fast zwanzig Monate an, die Wehrmacht betrachtete Ligurien lange als möglichen Landeplatz der Alliierten. Ligurien verfügte mit Genua, Savona und La Spezia über wichtige Industriezentren einschließlich Schwerindustrie sowie zivile und militärische Häfen. Bereits in der frühen Phase von 1938 bis 1941 wurden verstärkt Arbeitskräfte aus Fabriken abgezogen. Nach der Krise von 1943 litt die Region unter erhöhtem Druck durch die verschiedenen deutschen Behörden und die Institutionen der Repubblica Sociale Italiana. Zwischen (u. a. streikenden) Arbeitnehmern und Unternehmern (viele der großen Unternehmen waren in öffentlichem Besitz) entwickelte sich ein komplexes Zusammenspiel, so dass die Rekrutierung trotz groß angelegter Propagandakampagnen und verschärfter Repression in ihrem Erfolg beeinträchtigt war.