Vom Juniorpartner zum Ausbeutungsobjekt: Italiens Beitrag zur deutschen Kriegswirtschaft 1938–1943 und 1943–1945. Ein orientierender Überblick
摘要
Der Aufsatz gibt einen Überblick über die Anbahnung, Entwicklung und Konsolidierung der sogenannten „Achse Berlin–Rom“ aus ökonomischer Perspektive. Er zeigt auf, wie sich die strukturelle Asymmetrie zwischen dem monarchisch-faschistischen Italien und dem hoch industrialisierten, nationalsozialistischen Deutschland von der Rüstungskooperation über ein konfliktbehaftetes Clearing-System verschob, bis weite Teile Italiens ab Herbst 1943 unter deutscher Besatzung zum Objekt rücksichtsloser Ausbeutungsstrategien des Finanz-, Wirtschafts- und Arbeitskräftepotenzials wurden. Der Autor verweist darauf, dass eine Gesamtbilanz der deutschen Okkupationsherrschaft in Italien bis heute ein Forschungsdesiderat darstellt, dessen Rahmen einschließlich der entschädigungspolitischen Folgen hier kurz skizziert wird.