Integration von Wesentlichkeitsanalyse und Risikomanagement am Beispiel von Beschaffungsrisiken – Eine Untersuchung der Lageberichte ausgewählter Unternehmen
摘要
Durch die Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) gilt ab dem Geschäftsjahr 2024 das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit für die Auswahl von Nachhaltigkeitsaspekten für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Danach muss über Nachhaltigkeitsaspekte berichtet werden, die entweder tatsächliche oder potenzielle Auswirkungen auf den finanziellen Erfolg eines Unternehmens (Financial Materiality) oder auf Mensch und Umwelt (Impact Materiality) haben. Die potenziellen Auswirkungen können dabei positiv oder negativ sein und stellen somit Chancen und Risiken für ein Unternehmen dar. Über wesentliche Chancen und Risiken muss auch im Risiko- und Chancenbericht berichtet werden. Daher müssen die Risikosystematik und die Wesentlichkeitsanalyse von Nachhaltigkeits- und Risiko- und Chancenbericht aufeinander abgestimmt werden. Am Beispiel der Kategorie der Beschaffungsrisiken wird daher der Frage nachgegangen, wie umfangreich, überschneidungsfrei und konsistent Unternehmen bisher in ihrer Nichtfinanziellen Erklärung (NFE) und ihrem Risiko- und Chancenbericht über ihre Nachhaltigkeitsrisiken in der Lieferkette berichten und wie gut sie dementsprechend auf die Umsetzung der CSRD vorbereitet sind. Zur Untersuchung dieser Frage wurden die Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte von neun DAX-Unternehmen analysiert. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass eine Konsistenz der Berichte, auch aufgrund der Verwendung unterschiedlicher Begrifflichkeiten, kaum festzustellen ist. Auch ist den Berichten in der Regel nicht eindeutig zu entnehmen, nach welchen Kriterien genau die wesentlichen Themen identifiziert wurden. Dies gilt vor allem für die Impact Materiality.