Der Produktentwicklungsprozess (PEP) der Bekleidungswirtschaft ist von kurzen Entwicklungszyklen und zahlreichen designbasierten Arbeitsgängen und Entscheidungen geprägt, die eine Etablierung sowohl konventioneller als auch moderner Qualitätsmanagementmaßnahmen erschweren. Ein Ziel des PEP ist die Erfüllung der Kundenanforderung Passform, die als wichtigstes Kaufkriterium für Kunden gilt. Somit steht die Passformanalyse und -optimierung im Mittelpunkt des PEP. Die Qualität des Produktes, insbesondere hinsichtlich der Passform, entscheidet sich bereits in den frühen Design- und Konstruktionsphasen. Die Möglichkeiten zur Passformoptimierung nehmen im weiteren Verlauf des PEP deutlich ab, während der Aufwand und die Kosten jedoch steigen. Häufig werden Produkte mit mangelhafter Passform als unverkäuflich eingestuft oder von den Kunden reklamiert. Ein möglichst früh einsetzendes und präventives Qualitätsmanagement ist zur Vermeidung des beschriebenen Szenarios unerlässlich. Die Anwendung von 2D- und 3D-Technologien ermöglicht auch in der Bekleidungswirtschaft die Entwicklung notwendiger datenbasierter Qualitätsmanagementmaßnahmen. Damit wird die Vergleichbarkeit, Reproduzierbarkeit und Standardisierung im Produktentwicklungsprozess möglich. Mit der 3D-Simulation als digitales Instrument für Passformanalyse und -optimierung können Passformmerkmale operationalisiert und messbar werden und somit das Qualitätsmanagement verbessern. Voraussetzung sind u. a. zuverlässige Simulationsalgorithmen, die das Verformungsverhalten textiler Materialien möglichst präzise wiedergeben. Vorliegender Beitrag zeigt den Status Quo des Qualitätsmanagements im Prozess der Passformanalyse und -optimierung, die Potentiale und Herausforderungen der 3D-Simulation in diesem Bereich und die Notwendigkeit der materialkundlichen Forschung zur zuverlässigen Darstellung des textilphysikalischen Materialverhaltens textiler Flächengebilde.

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Virtuelle Produktentwicklung von Bekleidung – Potentiale und Herausforderungen

  • Ulrike Reinhardt

摘要

Der Produktentwicklungsprozess (PEP) der Bekleidungswirtschaft ist von kurzen Entwicklungszyklen und zahlreichen designbasierten Arbeitsgängen und Entscheidungen geprägt, die eine Etablierung sowohl konventioneller als auch moderner Qualitätsmanagementmaßnahmen erschweren. Ein Ziel des PEP ist die Erfüllung der Kundenanforderung Passform, die als wichtigstes Kaufkriterium für Kunden gilt. Somit steht die Passformanalyse und -optimierung im Mittelpunkt des PEP. Die Qualität des Produktes, insbesondere hinsichtlich der Passform, entscheidet sich bereits in den frühen Design- und Konstruktionsphasen. Die Möglichkeiten zur Passformoptimierung nehmen im weiteren Verlauf des PEP deutlich ab, während der Aufwand und die Kosten jedoch steigen. Häufig werden Produkte mit mangelhafter Passform als unverkäuflich eingestuft oder von den Kunden reklamiert. Ein möglichst früh einsetzendes und präventives Qualitätsmanagement ist zur Vermeidung des beschriebenen Szenarios unerlässlich. Die Anwendung von 2D- und 3D-Technologien ermöglicht auch in der Bekleidungswirtschaft die Entwicklung notwendiger datenbasierter Qualitätsmanagementmaßnahmen. Damit wird die Vergleichbarkeit, Reproduzierbarkeit und Standardisierung im Produktentwicklungsprozess möglich. Mit der 3D-Simulation als digitales Instrument für Passformanalyse und -optimierung können Passformmerkmale operationalisiert und messbar werden und somit das Qualitätsmanagement verbessern. Voraussetzung sind u. a. zuverlässige Simulationsalgorithmen, die das Verformungsverhalten textiler Materialien möglichst präzise wiedergeben. Vorliegender Beitrag zeigt den Status Quo des Qualitätsmanagements im Prozess der Passformanalyse und -optimierung, die Potentiale und Herausforderungen der 3D-Simulation in diesem Bereich und die Notwendigkeit der materialkundlichen Forschung zur zuverlässigen Darstellung des textilphysikalischen Materialverhaltens textiler Flächengebilde.