Die geoökonomischen Karten der Zukunft
摘要
Der globale geopolitische Machtkampf um Einflusszonen wird heute vor allem mit ökonomischen Mitteln geführt. Mittel- bis langfristig ist diese Entwicklung für Europa und Deutschland mindestens ebenso entscheidend wie die Frage nach ihrer künftigen Verteidigungsfähigkeit. Gerade für ein Land wie Deutschland, das sich trotz Zeitenwende wohl auch in Zukunft schwertun wird, seine nationalen Interessen notfalls auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen, wird der Einsatz ökonomischer Mittel zum wichtigsten Instrument im globalen Machtkampf. Auch wenn die Welt derzeit vor allem auf den Krieg in der Ukraine blickt – militärische, zumal zwischenstaatliche Konflikte sind bei aller Kriegsgeneigtheit Putins wohl doch eher die Ausnahme als die Regel. Allerdings wirkt die russische Invasion vom Februar 2022 wie ein Katalysator bezüglich der Überlappung geopolitischer und geoökonomischer Trends, insbesondere im Bereich Energie- und Rohstoffsicherheit. Und sie verdeutlicht, wie sehr die offene Weltwirtschaft und militärische Sicherheit heute vor allem aus Sicht Europas gefährdet sind. Selbst wenn es nicht zu einer Ausweitung des Krieges kommt, so ist die momentane politische Unsicherheit Gift für das Investitionsklima in Deutschland wie in Europa und erfordert daher auch in großem Umfang den Aufbau industrieller Kapazitäten in großem Umfang im Sicherheitsbereich, sprich der Rüstung.