Obwohl die geringe Zahl an iranischen und griechisch-lateinischen Quellen über die Levante in teispidisch-achaimenidischer Zeit kaum Licht auf die Vorgänge in diesem Raum wirft, ist dieser Zeitabschnitt von großer Bedeutung für die alttestamentliche Forschung. Schließlich ist unter der Herrschaft der Teispiden und Achaimeniden ein Großteil der Schriften der hebräischen Bibel entstanden. In diesen Schriften folgt die Darstellung des Imperiums unterschiedlichen Intentionen und ist über in eine Vielzahl an Literaturgattungen verstreut, zu denen prophetische, apokalyptisch-erzählende, poetische und geschichtsähnliche Schriften zählen. Während JHWH, sein Volk Israel und Jerusalem im Vordergrund stehen, werden andere Völker, Herrscher und Orte in den Hintergrund gerückt. So zeichnen sich diese Schriften durch literarische Kreativität und Fantasie aus, die auf Werturteilen basieren, anhand denen wir die vielschichtigen Beziehungen der Judäer als Untertanen zum Imperium erörtern können. Anhand der in diesem Kapitel besprochenen judäischen Quellen kann auch gezeigt werden, wie subalterne Gruppen auf das Phänomen ‚Imperium‘ reagierten und welche Diskurse jenes stimulierte.

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Die hebräische Bibel als Quelle

  • Kristin Joachimsen

摘要

Obwohl die geringe Zahl an iranischen und griechisch-lateinischen Quellen über die Levante in teispidisch-achaimenidischer Zeit kaum Licht auf die Vorgänge in diesem Raum wirft, ist dieser Zeitabschnitt von großer Bedeutung für die alttestamentliche Forschung. Schließlich ist unter der Herrschaft der Teispiden und Achaimeniden ein Großteil der Schriften der hebräischen Bibel entstanden. In diesen Schriften folgt die Darstellung des Imperiums unterschiedlichen Intentionen und ist über in eine Vielzahl an Literaturgattungen verstreut, zu denen prophetische, apokalyptisch-erzählende, poetische und geschichtsähnliche Schriften zählen. Während JHWH, sein Volk Israel und Jerusalem im Vordergrund stehen, werden andere Völker, Herrscher und Orte in den Hintergrund gerückt. So zeichnen sich diese Schriften durch literarische Kreativität und Fantasie aus, die auf Werturteilen basieren, anhand denen wir die vielschichtigen Beziehungen der Judäer als Untertanen zum Imperium erörtern können. Anhand der in diesem Kapitel besprochenen judäischen Quellen kann auch gezeigt werden, wie subalterne Gruppen auf das Phänomen ‚Imperium‘ reagierten und welche Diskurse jenes stimulierte.