Zur Beendigung des baktrisch-sogdischen Widerstands gegen die makedonische Invasion (329–327 v. Chr.) sah sich Alexander III. zu einem Strategiewechsel gezwungen. Ausschließlich mit militärischer Gewalt (shock and awe) war keine Befriedung der strategisch wichtigen östlichen Gebiete zu erreichen. Um die Basis für eine Kooperation mit den regionalen Eliten zu schaffen, wurde auf Verhandlungen und Heiratspolitik gesetzt. Alexander schloss seine erste Ehe 328/7 v. Chr. mit Rhoxane, Tochter des sogdischen oder baktrischen Potentaten Oxyartes. In argeadischer polygamer Tradition heiratete Alexander 324 v. Chr. noch zwei Achaimenidinnen. Obwohl sie aufgrund ihrer königlichen Abkunft einen höheren Status hatten als Rhoxane, war sie im Nachleben die bekannteste seiner Ehefrauen. Sie überlebte Alexanders Tod (323 v. Chr.) am längsten und bekam seinen Sohn, Alexander IV., der formal, zusammen mit Philipp III., Alexander nachfolgte. Rhoxane erlangte wenig Sichtbarkeit als Alexanders Frau und blieb als Witwe eine Schattenfigur, obgleich ihr Sohn Spielball politischer Interessen in den Kämpfen um Alexanders Erbe wurde. In der Rezeption wurde ihre Rolle aufgewertet.

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Rhoxane

  • Sabine Müller

摘要

Zur Beendigung des baktrisch-sogdischen Widerstands gegen die makedonische Invasion (329–327 v. Chr.) sah sich Alexander III. zu einem Strategiewechsel gezwungen. Ausschließlich mit militärischer Gewalt (shock and awe) war keine Befriedung der strategisch wichtigen östlichen Gebiete zu erreichen. Um die Basis für eine Kooperation mit den regionalen Eliten zu schaffen, wurde auf Verhandlungen und Heiratspolitik gesetzt. Alexander schloss seine erste Ehe 328/7 v. Chr. mit Rhoxane, Tochter des sogdischen oder baktrischen Potentaten Oxyartes. In argeadischer polygamer Tradition heiratete Alexander 324 v. Chr. noch zwei Achaimenidinnen. Obwohl sie aufgrund ihrer königlichen Abkunft einen höheren Status hatten als Rhoxane, war sie im Nachleben die bekannteste seiner Ehefrauen. Sie überlebte Alexanders Tod (323 v. Chr.) am längsten und bekam seinen Sohn, Alexander IV., der formal, zusammen mit Philipp III., Alexander nachfolgte. Rhoxane erlangte wenig Sichtbarkeit als Alexanders Frau und blieb als Witwe eine Schattenfigur, obgleich ihr Sohn Spielball politischer Interessen in den Kämpfen um Alexanders Erbe wurde. In der Rezeption wurde ihre Rolle aufgewertet.