Im vorangegangenen Kapitel wurden bereits existierende Forschungsansätze referiert, die sich mit (zumeist kurzfristigen) Medienwirkungen im Allgemeinen, potenziell längerfristigen Medienwirkungen sowie bedeutsamen Medienerlebnissen im Bereich der Unterhaltungsforschung beschäftigen, wobei dort hauptsächlich eher kleinteilige Effekte isoliert, in vorwiegend unmittelbarem Kontext der Rezeption und in vielen Fällen ohne Berücksichtigung der damit verbundenen individuellen Bedeutungen in den Blick genommen werden. Das den Untersuchungen zugrundeliegende Verständnis ist in diesen Bereichen zumeist das einer linearen Kausalität, dass sich also aus einer bestimmten Ursache (der Nutzung bestimmter Medieninhalte) – mehr oder weniger direkt – bestimmte Wirkungen (z. B. auf Emotionen, Kognitionen oder Verhalten) ergeben. Wie im nun folgenden und für die vorliegende Arbeit zentralen theoretischen Kapitel gezeigt werden wird, zeichnet sich das Phänomen prägender Medienerlebnisse hingegen neben seiner Seltenheit durch die mit einem solchen verbundenen intra-individuellen Veränderungen, die sich auf Emotion, Kognition und/oder Verhalten beziehen können, sowie eine mit diesen Faktoren zusammenhängende starke Salienz von Erinnerungen an das jeweilige Erlebnis, eine prozesshafte Verarbeitung und damit verbundene nachhaltige individuelle Bedeutsamkeit aus, wobei sich diese Faktoren eher im Sinne komplexer und zirkulärer Beziehungen denn als lineare Kausalitäten beschreiben lassen.

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Theoretische Ansätze und Überlegungen zur Untersuchung prägender Medienerlebnisse

  • Larissa Leonhard

摘要

Im vorangegangenen Kapitel wurden bereits existierende Forschungsansätze referiert, die sich mit (zumeist kurzfristigen) Medienwirkungen im Allgemeinen, potenziell längerfristigen Medienwirkungen sowie bedeutsamen Medienerlebnissen im Bereich der Unterhaltungsforschung beschäftigen, wobei dort hauptsächlich eher kleinteilige Effekte isoliert, in vorwiegend unmittelbarem Kontext der Rezeption und in vielen Fällen ohne Berücksichtigung der damit verbundenen individuellen Bedeutungen in den Blick genommen werden. Das den Untersuchungen zugrundeliegende Verständnis ist in diesen Bereichen zumeist das einer linearen Kausalität, dass sich also aus einer bestimmten Ursache (der Nutzung bestimmter Medieninhalte) – mehr oder weniger direkt – bestimmte Wirkungen (z. B. auf Emotionen, Kognitionen oder Verhalten) ergeben. Wie im nun folgenden und für die vorliegende Arbeit zentralen theoretischen Kapitel gezeigt werden wird, zeichnet sich das Phänomen prägender Medienerlebnisse hingegen neben seiner Seltenheit durch die mit einem solchen verbundenen intra-individuellen Veränderungen, die sich auf Emotion, Kognition und/oder Verhalten beziehen können, sowie eine mit diesen Faktoren zusammenhängende starke Salienz von Erinnerungen an das jeweilige Erlebnis, eine prozesshafte Verarbeitung und damit verbundene nachhaltige individuelle Bedeutsamkeit aus, wobei sich diese Faktoren eher im Sinne komplexer und zirkulärer Beziehungen denn als lineare Kausalitäten beschreiben lassen.