Bisherige Beschäftigung mit (längerfristigen) Medienwirkungen
摘要
Die Beschäftigung mit der Nutzung von Medien und damit verbundenen Wirkungen stellt seit jeher einen zentralen Kern der Kommunikationswissenschaft dar. Dabei geht die Wirkungslogik insbesondere früher Ansätze im Bereich der Medienwirkungsforschung mit einem an der Untersuchung von Einzeleffekten und behavioristisch orientierten Fokus einher: ultimatives Ziel ist die Erklärung von Einflüssen auf das Verhalten und selbst wenn auch emotionale oder kognitive Wirkungen in den Blick genommen werden, so geschieht dies meist ausschließlich aufgrund ihrer vermittelnden Einflüsse auf Verhalten. Obgleich diese Art der Betrachtung einen umfangreichen und zweifelsohne großen und wichtigen Teil von Medienwirkungen abdeckt, vernachlässigt sie andererseits einen nicht minder relevanten Bereich an Wirkungen, der sich nicht in Form von kurzfristigen, vorübergehenden und mehr oder weniger klar voneinander abgrenzbaren Einzeleffekten auf Teilbereiche wie Kognition, Emotion oder Verhalten beschreiben lässt, sondern im Sinne nachhaltiger, umfassender und individuell bedeutsamer Wirkungen beispielsweise auch Fragen individueller Sinnstiftung, Wertorientierungen oder von Identitätsbildung und -weiterentwicklung betreffen kann. Inwiefern für eine solche ganzheitliche Perspektive auf Medienwirkungen Überlegungen zu deren Erlebnischarakter von entscheidender Bedeutung sind, soll im Verlauf der nächsten beiden Kapitel herausgearbeitet werden.