Im alles entscheidenden Moment der Candidate Journey geht bei den meisten Unternehmen alles schief. Da wurden tausende Euro in Employer-Branding-Maßnahmen gepumpt und eine State-of-the-Art-Karriere-Website mit relevanten Inhalten gebaut, die bei ihren Besuchern nur einen einzigen Wunsch auslöst: nämlich, sich zu bewerben. Und dann wird wieder alles vermasselt, weil man sich – wieder einmal – keine abschließenden Gedanken um die allergrößte Sollbruchstelle im Recruiting machte. Wenn keine Bewerbungen eintrudeln, gibt es dafür häufig einen einzigen Grund: Ihr Bewerbungsprozess ist eine regelrechte Bewerbervermeidungsmaschine. Klar, oft liegt das Problem beim Anbieter des Bewerbermanagementsystems, der sich in erster Linie auf die Verwaltung von Bewerberdaten konzentriert und nicht wirklich an einer positiven Bewerbungserfahrung der Jobsuchenden interessiert ist. Aber natürlich liegt es auch an den Recruiting-Verantwortlichen selbst, weil sie z. B. nicht darauf geachtet haben, auf eine Zwangsregistrierung bei der Bewerbung zu verzichten, dass das Bewerbungsformular nicht mobiltauglich ist oder nur in bestimmten Browsern funktioniert. Und das führt dann ganz schnell dazu, dass Bewerbungen ausbleiben. Vielleicht ist es ihnen aber auch egal, weil sie die Meinung vertreten, dass sie jemanden, der sich nicht erst umständlich für eine Bewerbung registrieren möchte, gar nicht als Bewerber haben möchten. Vielleicht handeln sie auch bewusst so, weil sie, wenn Sie Bewerber abschrecken, natürlich auch mehr Zeit für die wesentlichen Dinge im Tagesgeschäft haben. Tanzvideos für TikTok zu produzieren z. B. Oder wichtige Powerpoint-Präsentationen vorzubereiten. Oder Anschreiben sichten. Oder Zeit auf LinkedIn verdaddeln. Oder oder oder. Man (und auch Frau!) muss eben Prioritäten setzen, klar.

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Der Bewerbungsprozess: Möglichst niedrigschwellig, bitte!

  • Henner Knabenreich

摘要

Im alles entscheidenden Moment der Candidate Journey geht bei den meisten Unternehmen alles schief. Da wurden tausende Euro in Employer-Branding-Maßnahmen gepumpt und eine State-of-the-Art-Karriere-Website mit relevanten Inhalten gebaut, die bei ihren Besuchern nur einen einzigen Wunsch auslöst: nämlich, sich zu bewerben. Und dann wird wieder alles vermasselt, weil man sich – wieder einmal – keine abschließenden Gedanken um die allergrößte Sollbruchstelle im Recruiting machte. Wenn keine Bewerbungen eintrudeln, gibt es dafür häufig einen einzigen Grund: Ihr Bewerbungsprozess ist eine regelrechte Bewerbervermeidungsmaschine. Klar, oft liegt das Problem beim Anbieter des Bewerbermanagementsystems, der sich in erster Linie auf die Verwaltung von Bewerberdaten konzentriert und nicht wirklich an einer positiven Bewerbungserfahrung der Jobsuchenden interessiert ist. Aber natürlich liegt es auch an den Recruiting-Verantwortlichen selbst, weil sie z. B. nicht darauf geachtet haben, auf eine Zwangsregistrierung bei der Bewerbung zu verzichten, dass das Bewerbungsformular nicht mobiltauglich ist oder nur in bestimmten Browsern funktioniert. Und das führt dann ganz schnell dazu, dass Bewerbungen ausbleiben. Vielleicht ist es ihnen aber auch egal, weil sie die Meinung vertreten, dass sie jemanden, der sich nicht erst umständlich für eine Bewerbung registrieren möchte, gar nicht als Bewerber haben möchten. Vielleicht handeln sie auch bewusst so, weil sie, wenn Sie Bewerber abschrecken, natürlich auch mehr Zeit für die wesentlichen Dinge im Tagesgeschäft haben. Tanzvideos für TikTok zu produzieren z. B. Oder wichtige Powerpoint-Präsentationen vorzubereiten. Oder Anschreiben sichten. Oder Zeit auf LinkedIn verdaddeln. Oder oder oder. Man (und auch Frau!) muss eben Prioritäten setzen, klar.