Transferkompetenz für Bestandsprofessuren und den wissenschaftlichen Nachwuchs
摘要
Transfer ist ein integraler und somit unverzichtbarer Bestandteil der hochschulischen Aufgaben in Forschung und Lehre. Aus verschiedensten Gründen wird dies jedoch auch heute noch in der Breite der Hochschulwelten nicht so gesehen. Zwar wurde über die Third Mission Diskussion versucht, Transfer als weitere Leistungssäule der Hochschulen einzuführen. Dies führte letztendlich jedoch nicht zum erwünschten Ergebnis. Weder Transferleistung noch Transferkompetenzen an Hochschulen wurden erkennbar auf- und ausgebaut und genutzt oder haben sich erkennbar erhöht. Der eigentliche Grund für die suboptimale Transferleistung an Hochschulen ist die vorherrschende Reputationslogik als praktiziertes „Regelwerk“ der wissenschaftlichen Leistungsanerkennung. Dies führt zu einer völligen Überbewertung der wissenschaftlichen Publikationsaktivitäten. Forschungserkenntnisse verbleiben dadurch im wissenschaftlichen Publikations- und Kongressumfeld und gelangen erst gar nicht durch den Transfer in die Anwendungspraxis. Entsprechend werden an Hochschulen auch keine und nur wenig Transferkompetenzen aufgebaut und genutzt. Dies gilt es kurz- bis mittelfristig zu ändern. Transferkompetenzen müssen an Hochschulen aufgebaut und deutlich ausgebaut werden. Hierzu ist in erster Linie einmal ein Verständnis über die Grundlagen des Transfers und des Transfergeschehens zu vermitteln. Ein solches muss Transferwege, Transferebenen und Transferdialoge mit einbeziehen. Die notwendigen Kompetenzen, um Transfer zu betreiben und aktiv am Transfergeschehen teilzunehmen, können in einem Qualifikationsprogramm innerhalb der Hochschule oder hochschulübergreifend vermittelt werden. Ein Qualifikationsrahmen skizziert dabei Umfang und Inhalte der Kompetenzfelder, die es zu vermitteln gilt.