Zum ästhetischen Lernen von Resilienz. Eine Analyse von Jean Paul Lissocks Werk Mein Freund, der weiße Mann. Von Kamerun nach Deutschland
摘要
Die Coronavirus-Pandemie, die noch vor kurzem überwunden zu sein schien, hat nun dem Krieg in der Ukraine Platz gemacht. Viele Länder in der Welt sind davon stark betroffen, mit Folgen wie steigender Inflation, militärischem Wettrüsten und sozio-politischen und wirtschaftlichen Krisen. In einigen Ländern der Sahelzone, wie Mali und Burkina Faso, schwächen Terroranschläge und Staatsstreiche das soziale Gefüge zusätzlich. In diesem schwierigen Kontext wird oft ein Wort verwendet: Resilienz. Der Begriff ist sowohl eine Beschreibung als auch eine Empfehlung: Er beschreibt die (tatsächliche oder wahrgenommene) Haltung von Menschen oder Bevölkerungsgruppen und wird als Aufforderung verstanden, neue Verhaltensweisen anzunehmen, um schwierige Zeiten zu überstehen. Mit anderen Worten: Es bedarf einer Erziehung zur Resilienz. Doch wie kann dies erreicht werden? Die Literatur als eigenständiges ästhetisches Ausdrucksmittel könnte eine Antwort geben. Vor diesem Hintergrund wird in diesem Essay mithilfe eines literaturpsychologischen Ansatzes gezeigt, dass die Lebensgeschichte Mein Freund, der weiße Mann. Von Kamerun nach Deutschland von Jean Paul Lissock zu einem ästhetischen Lernen von Resilienz beitragen kann.