Auf der Suche nach bedeutsamen Strukturen folgen wir einer Tendenz, die Ernst Gombrich als Ordnungssinn bezeichnete(vgl. Gombrich, 1979). Wahrnehmung ist demnach ein Prozess der Organisation und Sinnstiftung. Auf diese Weiseermöglicht sie überlebensdienliche Handlungen. Dabei ist Wahrnehmung keine passive Reiz-Abbildung; sie resultiert aus derdynamischen und verkörperten Wechselwirkung zwischen Organismus und Umwelt. In Momenten Semantischer Instabilität(vgl. Muth & Carbon, 2016) wird das offensichtlich: Wir wechseln zwischen Deutungen beim Betrachten von Kippbildernoder ertasten rätselhafte Objekte. Wahrnehmungsstrukturen organisieren sich demnach auf aktive Weise, sie sind vonAffiliationids : Aff1, Correspondingaffiliationid : Aff1fragiler Stabilität. Der vorliegende Text untersucht diese fragile Stabilität. Einerseits erkunde ich Wahrnehmungsstrukturenund Varianten phänomenaler Ordnung. Dabei frage ich weniger, welche Eigenschaften Ordnung besitzt, sondern eher, wieetwas als geordnet in Erscheinung tritt (im Sinne von Ekstasen, vgl. Böhme, 2001). Andererseits nähere ich michStrukturen, die das Verhältnis zwischen Wahrnehmenden und ihrer Umwelt betreffen. Dieser Text vollzieht demnach eineWendung vom Blick auf Wahrnehmungsstrukturen zu einem Blick auf Strukturen, die Bedeutung hervorbringen. NebenAnsätzen der Wahrnehmungsphilosophie, Kognitionswissenschaft, Bild- und Medientheorie, Psychologie und Kunsttheorieist Gestaltung Teil dieses Erkenntnisprozesses.

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Fragile Stabilität. Gestalterische Studien zur dynamischen Organisation von Wahrnehmungsstrukturen

  • Claudia Muth

摘要

Auf der Suche nach bedeutsamen Strukturen folgen wir einer Tendenz, die Ernst Gombrich als Ordnungssinn bezeichnete(vgl. Gombrich, 1979). Wahrnehmung ist demnach ein Prozess der Organisation und Sinnstiftung. Auf diese Weiseermöglicht sie überlebensdienliche Handlungen. Dabei ist Wahrnehmung keine passive Reiz-Abbildung; sie resultiert aus derdynamischen und verkörperten Wechselwirkung zwischen Organismus und Umwelt. In Momenten Semantischer Instabilität(vgl. Muth & Carbon, 2016) wird das offensichtlich: Wir wechseln zwischen Deutungen beim Betrachten von Kippbildernoder ertasten rätselhafte Objekte. Wahrnehmungsstrukturen organisieren sich demnach auf aktive Weise, sie sind vonAffiliationids : Aff1, Correspondingaffiliationid : Aff1fragiler Stabilität. Der vorliegende Text untersucht diese fragile Stabilität. Einerseits erkunde ich Wahrnehmungsstrukturenund Varianten phänomenaler Ordnung. Dabei frage ich weniger, welche Eigenschaften Ordnung besitzt, sondern eher, wieetwas als geordnet in Erscheinung tritt (im Sinne von Ekstasen, vgl. Böhme, 2001). Andererseits nähere ich michStrukturen, die das Verhältnis zwischen Wahrnehmenden und ihrer Umwelt betreffen. Dieser Text vollzieht demnach eineWendung vom Blick auf Wahrnehmungsstrukturen zu einem Blick auf Strukturen, die Bedeutung hervorbringen. NebenAnsätzen der Wahrnehmungsphilosophie, Kognitionswissenschaft, Bild- und Medientheorie, Psychologie und Kunsttheorieist Gestaltung Teil dieses Erkenntnisprozesses.