Transdisziplinarität, Verantwortung und Wissenschaftlichkeit eines als Kulturpraxis verstandenen Designhandelns
摘要
Mit dem nunmehr sechsten Band der Würzburger Beiträge zur Designforschung, deren Fokus auf Master-Abschlussarbeitenvon Designerinnen und Designern forschender Designpraxis ein Forum verschafft und zugleich mit Neugierde diePerspektive des sogenannten Designnachwuchses begleitet, zeigt sich erneut das fundamentale Bedürfnis der nächstenGeneration, Verantwortung für die eigene Profession und für deren Handlungsoptionen in der Welt einzunehmen. Die sichhier herauskristallisierende, zentral an Erkenntnisprozessen beteiligte bzw. diese auslösende Gestaltungspraxis weistzugleich über eng gedachte professionelle Grenzen hinaus. Forschende Designpraxis entsteht nicht im Reagenzglas. DieMühen wissenschaftlicher Arbeitsweisen im Gestaltungsprozess nimmt auf sich, wer Erkenntnisse gewinnen will, um anVeränderungsprozessen teilhaben zu können. Dabei steht der sogenannte Nachwuchs vor einem doppelten Dilemmaangesichts der Konfrontation mit gestalterischer Ohnmacht und Macht. Nicht erst seit dem Aufstieg der KI-Technologie,sondern im Zuge aller bisherigen Automatisierungs- bzw. Industrialisierungsprozesse von Gestaltung, müssen die in diesemBereich Tätigen ihre professionellen Fähigkeiten immer wieder neu unter Beweis stellen, befragen, kontextualisieren undauch behaupten. Ein Einfach-so-weiter-wie-gewohnt gab es bislang für keine Designgeneration. Gerade aber mit demWissen um den in permanenten, nicht zuletzt technologischen, Umorientierungen gewonnenen gesellschaftlichen Einflussvon Design auf menschliche Lebensverhältnisse sind alle, die aktuell an professionellen Gestaltungsprozessen teilhaben, zueiner besonderen Befragung von Designhandlungen aufgerufen.