Der Beitrag untersucht, wie Hochschulen die Implementierung von Gleichstellungspolitik in Fachbereichen steuern und gestalten. Datengrundlage sind Abschlussberichte für Evaluationen an fünf Universitäten. Die Auswertungen zeigen, dass die Zuständigkeit für Gleichstellungspolitik häufig an dezentrale Gleichstellungsbeauftragte delegiert wird und Fachbereichsleitungen Gleichstellung nicht als ihre Verantwortung wahrnehmen. Die untersuchten Universitäten unterscheiden sich nicht grundlegend, wie sie Gleichstellungspolitik in den Fachbereichen steuern, sondern durch eine unterschiedliche Gewichtung von hierarchischer Steuerung, Verhandlung und Wettbewerb. Je nach Hochschule, Fach/bereich und konkreter Situation bieten die unterschiedlichen Steuerungsmodi jeweils spezifische Chancen und Herausforderungen. So motiviert sich Ablehnung von gleichstellungspolitischen Regelungen teilweise aus einem Widerstand gegen hierarchische Steuerung und den Verlust von Einfluss- und Entscheidungsmöglichkeiten. Unterschiede bei Akzeptanz oder Delegitimierung von Gleichstellungspolitik bestehen innerhalb der Universitäten, weshalb sich kein direkter Einfluss der gewählten Steuerungsmodi auf Gleichstellungserfolge nachweisen lässt. Steuerung von Gleichstellung erweist sich damit zwar als notwendige Voraussetzung für die Implementierung von Gleichstellungspolitik in Fachbereichen, bedarf jedoch weiterer förderlicher Bedingungen wie Führungsverantwortung oder Gleichstellungskompetenz auf Leitungsebene.

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Gleichstellungspolitik in Fachbereichen im Spannungsverhältnis von hierarchischer Steuerung, Autonomie und Wettbewerb

  • Andrea Löther,
  • Nina Steinweg

摘要

Der Beitrag untersucht, wie Hochschulen die Implementierung von Gleichstellungspolitik in Fachbereichen steuern und gestalten. Datengrundlage sind Abschlussberichte für Evaluationen an fünf Universitäten. Die Auswertungen zeigen, dass die Zuständigkeit für Gleichstellungspolitik häufig an dezentrale Gleichstellungsbeauftragte delegiert wird und Fachbereichsleitungen Gleichstellung nicht als ihre Verantwortung wahrnehmen. Die untersuchten Universitäten unterscheiden sich nicht grundlegend, wie sie Gleichstellungspolitik in den Fachbereichen steuern, sondern durch eine unterschiedliche Gewichtung von hierarchischer Steuerung, Verhandlung und Wettbewerb. Je nach Hochschule, Fach/bereich und konkreter Situation bieten die unterschiedlichen Steuerungsmodi jeweils spezifische Chancen und Herausforderungen. So motiviert sich Ablehnung von gleichstellungspolitischen Regelungen teilweise aus einem Widerstand gegen hierarchische Steuerung und den Verlust von Einfluss- und Entscheidungsmöglichkeiten. Unterschiede bei Akzeptanz oder Delegitimierung von Gleichstellungspolitik bestehen innerhalb der Universitäten, weshalb sich kein direkter Einfluss der gewählten Steuerungsmodi auf Gleichstellungserfolge nachweisen lässt. Steuerung von Gleichstellung erweist sich damit zwar als notwendige Voraussetzung für die Implementierung von Gleichstellungspolitik in Fachbereichen, bedarf jedoch weiterer förderlicher Bedingungen wie Führungsverantwortung oder Gleichstellungskompetenz auf Leitungsebene.