Trotz des familienorientierten Pflegesystems hat sich in Deutschland seit 2000 zunehmend ein Mix von Sorge-Dienstleistungen in drei Settings – professionelle Dienstleistungen im Rahmen der Pflegeversicherung (1), haushaltsnahe Dienste und Live-in Betreuung im Privathaushalt (2) und Freiwilligenarbeit (3) – etabliert. Die unterschiedlichen Formen der Regulierung bzw. die Nicht-Regulierung dieser verschiedenen Dienstleistungen führen eingebettet in ihre zugrunde liegenden kulturellen Annahmen zu einer Ausdifferenzierung und Hierarchisierung von Sorge-Aktivitäten. Dies geht einher mit der Entwicklung neuer Formen der Ungleichheit auf der Basis des Migrationsstatus und dem Qualifikationsniveau als einem Indikator für Klasse in dem weiblich-konnotierten Feld. Mit dem Ansatz der Intersektionalität werden in dem Beitrag die Ausdifferenzierungen und Hierarchisierungen der Sorge-Aktivitäten sowie die Bedeutung von Regulierungen und ihre kulturellen Annahmen in ihrem Zusammenspiel mit den Ungleichheitsdynamiken analysiert. Im Zusammenhang mit den Hierarchisierungen zwischen den Sorge-Aktivitäten treten Ungleichheitsdynamiken innerhalb des professionellen Settings und zwischen dem professionellen und den beiden anderen Settings deutlich hervor.

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Ausdifferenzierung und Hierarchisierung von Sorge-Tätigkeiten aus einer Perspektive der Intersektionalität

  • Hildegard Theobald

摘要

Trotz des familienorientierten Pflegesystems hat sich in Deutschland seit 2000 zunehmend ein Mix von Sorge-Dienstleistungen in drei Settings – professionelle Dienstleistungen im Rahmen der Pflegeversicherung (1), haushaltsnahe Dienste und Live-in Betreuung im Privathaushalt (2) und Freiwilligenarbeit (3) – etabliert. Die unterschiedlichen Formen der Regulierung bzw. die Nicht-Regulierung dieser verschiedenen Dienstleistungen führen eingebettet in ihre zugrunde liegenden kulturellen Annahmen zu einer Ausdifferenzierung und Hierarchisierung von Sorge-Aktivitäten. Dies geht einher mit der Entwicklung neuer Formen der Ungleichheit auf der Basis des Migrationsstatus und dem Qualifikationsniveau als einem Indikator für Klasse in dem weiblich-konnotierten Feld. Mit dem Ansatz der Intersektionalität werden in dem Beitrag die Ausdifferenzierungen und Hierarchisierungen der Sorge-Aktivitäten sowie die Bedeutung von Regulierungen und ihre kulturellen Annahmen in ihrem Zusammenspiel mit den Ungleichheitsdynamiken analysiert. Im Zusammenhang mit den Hierarchisierungen zwischen den Sorge-Aktivitäten treten Ungleichheitsdynamiken innerhalb des professionellen Settings und zwischen dem professionellen und den beiden anderen Settings deutlich hervor.