Alles online oder was? – Einzelhandel der Zukunft
摘要
Im Jahr 2023 war für den Handel ein Begriff prägend: Polykrisenmodus. In einer noch nie dagewesenen Dynamik haben sich unterschiedliche, teils zusammenhängende Krisen überlagert, die Konsumenten und Unternehmen fundamental tangieren. Ab Anfang 2020 breitete sich der Coronavirus weltweit aus. Im Zuge der Pandemie wurden weitreichende Kontaktbeschränkungen erlassen, die den Handel direkt und indirekt betrafen. Die Logistikketten wurden insbesondere durch Covid- Beschränkungen in chinesischen Häfen erheblich gestört. Als die Ever Given im März 2021 den Suezkanal für sechs Tage blockierte, verschärfte dies die Lieferprobleme nach Europa nochmals erheblich. Während die Auswirkungen der Coronapandemie Anfang 2022 spürbar nachließen, führte der im Februar 2022 begonnene Angriffskrieg in der Ukraine schnell zu erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die sich vor allem in massiv steigenden Energiekosten und in zweistelligen Inflationsraten widerspiegelten. Die Nachfrage nach Büroflächen als auch die private Bautätigkeit brachen ein und führten zu wirtschaftlichen Problemen von der Immobilienwirtschaft bis hin zum baunahen Großhandel. Während nunmehr die Inflationsrate wieder auf rund zwei Prozent gesunken ist, führt der Krieg rund um den Gazastreifen mit Angriffen jemenitischer Huthi-Milizen auf Handelsschiffe im Roten Meer erneut zu Verzögerungen und Unsicherheiten auf den Handelswegen nach Europa. Ein Ende der Krisen erscheint aktuell nicht absehbar, auch wenn der Coronavirus inzwischen nur noch am Rande Beachtung findet. Was bedeutet dieser Polykrisenmodus für Konsumenten und damit auch für den Einzelhandel? Wie sollte der Handel darauf reagieren? Im Folgenden werden fünf Stressfaktoren basierend auf aktuellen Studienerkenntnissen des IFH KÖLN (vormals Institut für Handelsforschung an der Universität zu Köln) analysiert, bevor konkrete Handlungsempfehlungen für den Einzelhandel der Zukunft abgeleitet werden.