Das Expertinneninterview ist nicht über eine bestimmte methodische Vorgehensweise definiert, sondern über den Gegenstand seines Interesses: den Experten. Das ist ungewöhnlich und ruft mitunter Kritik hervor. Im Rückgriff auf die Wissenssoziologie lässt sich diese Kritik entkräften. Wir verstehen Expertinnen als Personifikation einer bestimmten Macht-Wissen-Konfiguration. Das heißt, Expertinneninterviews werden in aller Regel nicht nur deshalb durchgeführt, weil der Experte ein besonderes Wissen hat, sondern weil dieses Wissen handlungswirksam und praxisleitend für andere Akteure wird. Gerade diese Praxisrelevanz macht die Expertin in vielen Fällen für Forschungsprojekte interessant.

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Wer ist ein Experte? Wissenssoziologische Grundlagen des Expertinneninterviews

  • Alexander Bogner,
  • Beate Littig,
  • Wolfgang Menz

摘要

Das Expertinneninterview ist nicht über eine bestimmte methodische Vorgehensweise definiert, sondern über den Gegenstand seines Interesses: den Experten. Das ist ungewöhnlich und ruft mitunter Kritik hervor. Im Rückgriff auf die Wissenssoziologie lässt sich diese Kritik entkräften. Wir verstehen Expertinnen als Personifikation einer bestimmten Macht-Wissen-Konfiguration. Das heißt, Expertinneninterviews werden in aller Regel nicht nur deshalb durchgeführt, weil der Experte ein besonderes Wissen hat, sondern weil dieses Wissen handlungswirksam und praxisleitend für andere Akteure wird. Gerade diese Praxisrelevanz macht die Expertin in vielen Fällen für Forschungsprojekte interessant.