Für Deutschlands Demokratisierung: Max Weber
摘要
Wie Karl Marx strebt Max Weber (1864–1920) nach einer Gesamtdarstellung der sich modernisierenden Welt. Marx sucht den Schlüssel zu ihr in der Politischen Ökonomie. Er stellt die Wirtschaft und ihre sozialen Klassen ins Zentrum seiner – vom methodologischen Kollektivismus geprägten – Theorie. Weber hingegen ist dem methodologischen Individualismus verpflichtet. Kollektive erklärt er aus dem Tun und Lassen von Akteuren, ihren Absichten und den Nebenfolgen ihres Handelns (Schwinn 2018). Webers wissenschaftliches Werk ist in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen zuhause – von der Soziologie und der Religionswissenschaft über die Nationalökonomie und die Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Antike und des Mittelalters bis zur Wissenschaftslehre und Jurisprudenz. Entsprechend breit sind die Themen von Webers Studien. Sie reichen von der Wirtschaft und Gesellschaft über die Religionssoziologie und Methodenlehre bis hin zu Macht und Herrschaft – um nur einige zu nennen. Themen der Demokratie gehören ebenfalls zu Webers Werk – als Teil der Herrschaftssoziologie, des kulturgeschichtlichen Vergleichs und seiner Ausführungen über die Demokratisierung Deutschlands.